Der Begutachtungsentwurf sah 83 Zonen vor, mehr als 1.000 Einwendungen führten zu den Änderungen: bei 45 Zonen wurden Anpassungen vorgenommen, 15 Zonen wurden gestrichen. Damit sind statt der ursprünglich geplanten 2% jetzt nur 1,5% der Fläche Niederösterreichs für Windkraftanlagen nutzbar.
Laut orf.at handelt es sich bei den gestrichenen Zonen um die Gemeinden Weikendorf, Lassee, Großenzersdorf, Himberg, Lichtenwörth, Herzogenburg und Wiesmath. Die Bereiche bei Blindenmarkt, Hiesberg, Michelhausen, Unterstinkenbrunn, das Gebiet nahe dem Nationalpark Thayatal, Predigtstuhl, Groß Siegharts, Sieghartser-Berg und Ludweis-Aigen seien wegen fachlicher Erkenntnisse aus dem Zonenplan genommen worden.
Die Vogelschutz-Organisation BirdLife und der Umweltdachverband, die den Zonierungsprozess unterstützten, zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Das Raumordnungsprogramm ist ein Meilenstein für den überregionalen Vogelschutz“, sagt Gerald Pfiffinger von BirdLife. Und Umweltdachverbands-Präsident Gerhard Heilingbrunner meint: „Das vorliegende Raumordnungsprogramm schafft nun Rechtssicherheit und einen Umsetzungsrahmen, der Energiewende und Naturschutz garantiert.“
Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, sieht das Ergebnis etwas kritischer: „Damit sind die langfristigen Ziele des Energiefahrplans 2030 nicht mehr erreichbar." Schon nach der Präsentation des ersten Entwurfes habe man sich skeptisch gezeigt, mit der neuerlichen Reduktion der für die Windkraft nutzbaren Fläche auf 1,5% seien die langfristigen Ziele bis 2030 aber sicher nicht mehr realisierbar. „Es ist sehr schade, dass das Land Niederösterreich extrem auf die Bremse steigt und auch dort wo es nicht erforderlich ist die Möglichkeit zur Entwicklung von Windparks unterbindet", erklärt Moidl. „Es ist zu hoffen, dass zumindest auf den übrig gebliebenen Flächen vom Land die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um eine Realisierung zu ermöglichen."
Landesrat Stephan Pernkopf versicherte laut orf.at, die Ziele im NÖ Energiefahrplan 2030 seien trotz der reduzierten Fläche weiterhin erreichbar. Dieser sieht eine Deckung von 100% des Strombedarfs aus Erneuerbarer Energie bis 2015 und 50% des gesamten Energiebedarfs aus Erneuerbaren bis 2020 vor. Aktuell decken in Niederösterreich 450 Windkraftanlagen 15% des landesweiten Strombedarfs.



