Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich fordert einen Stopp für den Betrieb von Kohlekraftwerken - der Stromüberschuss durch Braun- und Steinkohle führe zu Marktverzerrungen.
Die Kohlekraftwerke drücken einerseits den Strompreis und belasten andererseits das Klima, so der EEÖ. Foto: commons.wikimedia.org/smial

„Die inflexiblen Kohlekraftwerke werden zu einem immer größeren Problem am europäischen Strommarkt“, so EEÖ-Geschäftsführer Jurrien Westerhof. „Damit der erfolgreiche Ausbau von Erneuerbaren Energien fortgesetzt werden kann, müssen Kohlekraftwerke dauerhaft vom Netz genommen werden!“ In diesem Sommer sei immer öfter zu viel Strom am Markt: wetterbedingt gibt es viel Strom aus Wind und Sonne, trotzdem laufen die Kohlekraftwerke weiter. Das führe zu niedrigen Strompreisen, wodurch sich auch der Betrieb der weniger klimaschädlichen Gaskraftwerke nicht mehr rentiere. Die dauerhaft sehr billigen CO2-Emissionszertifikate verstärkten diesen Trend noch, Folge sei eine unnötig hohe Klimabelastung.

 
Daher verlangt der EEÖ von der österreichischen Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene für eine effektive Nachfolgereglung für das gescheiterte ETS-Emissionshandelssystem einzusetzen. Ziel müsse ein CO2-Preis von mindestens 30 Euro pro Tonne CO2 sein – was für Strom aus Steinkohle einen Mehrpreis von 3-5 Cent pro kWh bedeutet.
 
„Der Ausbau von Erneuerbaren Energien boomt und die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte“, so Westerhof. „Kohlekraftwerke werden aber immer mehr zu einem Problem. Die fast kostenlose und wettbewerbsverzerrende Umweltverschmutzung durch Kohlekraft muss ein Ende haben. Je schneller wir aus Kohlekraft aussteigen, desto früher können erneuerbare Energien sich am freien Markt durchsetzen.“
 




 

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