EWICON nennt sich das futuristische Gebilde aus Stahl, das seit Ende März vor dem Gebäude der Fakultät für Elektrotechnik, Mathematik und Informatik der TU Delft montiert ist. Das große Rechteck mit den abgerundeten Ecken ist der Prototyp des „Electrostatic Wind Energy Converter“, der ohne Einsatz beweglicher Teile Windenergie in Strom unwandelt. Möglich wird dies durch elektrisch aufgeladene Wassertropfen, die an den horizontalen Stahlrohren innerhalb des Rahmens gebildet und dann vom Wind weggeblasen werden. Die Bewegung der Tropfen erzeugt elektrische Leistung, die in das Stromversorgungsnetz eingespeist werden kann.
Die Vorteile der Anlage liegen auf der Hand: niedrige Wartungskosten durch weniger Verschleiß und keine Belästigungen durch Lärm oder Schatten. Als Nachteil erweist sich im Moment noch die Leistung des Prototyps: der Wirkungsgrad liegt bei ungefähr fünf Prozent, ein klassisches Windrad schafft etwa acht mal mehr. Außerdem braucht EWICON „nicht nur stetig Wasser, sondern vor allem einen Kickstart. Die Wasserteilchen müssen schließlich erst einmal elektrisch aufgeladen werden, damit sie selbst Strom erzeugen können. Dafür braucht man eine Stromquelle, noch dazu Höchstspannung“, berichtet der Zeit online Blog „Grüne Geschäfte“. Man gehe davon aus, dass es noch Jahre dauern werde, bis EWICON kommerziell verwertbar wird.



