Die Speicherung von Sonnenstrom ist ein ebenso wichtiges wie faszinierendes Thema. Wer Strom aufgewahren und bei Bedarf wieder abrufen kann, verleiht der PV-Anlage ein Mehrfaches an Nutzwert.
Wie fängt man die Sonne am besten ein? Es gibt kaum einen Forschungsbereich, der so intensiv betrieben wird wie die Stromspeicherung.
Investitionen von geschätzten 250 Milliarden Euro wären bereits für den Ausbau des Deutschen Stromverteilernetzes heute erforderlich, tatsächlich verplant oder verbaut hat man erst 15 bis 50 Mrd. Euro sagt Georg Erdmann von der TU in Berlin bei einer Tagung im Gewerbehaus der WKO.

Speichermedien für PV und Windstrom wären eine Möglichkeit das Netz zu stabilisieren also vor Spannungsschwankungen oder Frequenzverschiebungen zu schützen. Dabei ist die Kombination mit PV-Strom geeigneter als Windstrom. Dezentrale Speichersysteme werden zukünftig eine wesentliche Rolle als Ergänzung zu erneuerbaren Energiesystemen spielen. Die daraus bedingte geringere Netznutzung wird sich allerdings auf die Kosten für die restlichen Verbraucher auswirken, weil das Netz trotzdem weiter erhalten und ausgebaut werden wird. Somit verteilen sich die gleichen Netzkosten auf einen kleineren Kundenkreis. Die Netzbetreiber werden darauf eine Antwort wissen. Zentrale Speichersysteme von Netzbetreibern oder Energielieferanten haben seit je her die Funktion Spitzenbelastungen oder zu geringe Nachfrage ausgleichen. Österreich besitzt in Europa den größten Anteil dieser Systeme. Fakt ist, dass Speicher eine positive Externalität erzeugen, das heißt es profitiert nicht nur der Investor sondern auch die Umgebung davon im Gegensatz zu Kraftwerken die mit fossiler Energie betrieben werden zum Beispiel, die eine negative Externalität mit sich ziehen also die Umwelt belasten.

Politik soll investieren
Die Politik sollte sich diesen Umstand bewusst machen und Investitionen in Speichersysteme vor allem dezentrale Systeme fördern. Regenerative dezentrale Energiesysteme erzeugen Arbeitsplätze und sind daher gegenüber zentralen Systemen aufgrund deren Regulierungsrisiko und der Abhängigkeit von Energieträgerimporten vorzuziehen.  Anm. d. Redaktion: In ganz Europa stellt man sich die Frage wie man der steigenden Arbeitslosigkeit vor allem der Jugend begegnen könnte. Die Antwort hat uns bereits Georg Erdmann gegeben.

Weitere Vortragende stellten Ihre praxistauglichen Speichersysteme für Haushalt, Landwirte und Großkunden vor. Die Systempreise liegen noch über den Vorstellungen der potentiellen Käufer. Das Interesse ist bereits groß, Anbieter gibt es bereits eine Vielzahl, Kostenreduktion ist vor allem über die Batterie zu erwarten. Hier erhofft man sich beschleunigte Fortschritte aufgrund des Booms der E-Mobilität. In ca. fünf Jahren könne man dort sein, wo sich derzeit die PV Technik befindet. Dann ist ein Speicher für „Jedermann“ leistbar. Photovoltaik in Kombination mit E-Mobilität wird als ideal angesehen. Rusbeh Rezanis von der TU Wien durfte darüber ausführlich berichten. Maximilian Kloess erläuterte den Stand von Großtechnologien zur Speicherung von Erneuerbaren Energien.

www.pvaustria.at

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