Ende 2011 wurde eine riesige Konstruktion in Südspanien in Betrieb genommen: ein 140 Meter hoher Betonturm, umgeben von einem Feld aus 2.650 großen Spiegeln, jeder etwa zehn mal zehn Meter groß, auf einer Fläche von 18 Hektar. Das Solarturm-Kraftwerk mit einer Nennleistung von 19,9 Megawatt steht auf halbtrockenem Ackerland in der spanischen Provinz Sevilla und ist das erste dieser Bauart. Es könnte zum Vorbild von solarthermischen Kraftwerken auf anderen Kontinenten werden, denn es macht diese Art Solarstrom-Erzeugung zu einer etablierten Technologie.
Nicht das Spiegelfeld oder der Zentral-Receiver dieser Anlage sind wegweisend, sondern das, was durch den Receiver läuft und die 14 Meter hohen und 36 Meter breiten Tanks am Fuß des Turms füllt. Gemasolar ist das erste solarthermische Großkraftwerk, das Flüssigsalz als Wärmespeicher benutzt. Es wird auf 565 Grad Celsius erhitzt und hat eine Speicherkapazität von 15 Stunden. Die Auswirkungen dieser Technologie sind enorm: Gemasolar liefert nicht nur zu Sonnenzeiten Strom, sondern bei Bedarf rund um die Uhr, ohne die beträchtlichen Kosten, die bei einer Batteriespeicherung anfallen würden. Vergleichbar wird es dadurch auch mit einem Erdgas-Kraftwerk.
Die spanische Gruppe Sener war für den Bau verantwortlich, der insgesamt 29 Monate dauerte. Allein sieben Monate waren für das Aufstellen der Spiegel (Heliostate) notwendig. Der zentrale Turm wurde mithilfe einer Gleitvorrichtung aufgestellt, wie im Schachtbau üblich. Das Modellunternehmen „Gemasolar“ hat 171 Mio. Euro gekostet und soll mit einer Leistung von nahezu 20 MW 27.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Ähnliche Anlagen sind ebenfalls in Spanien bereits am Entstehen.
www.torresolenergy.com
www.handelsblatt.com
Ein Leuchtturm, der für Zukunft steht
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„Gemasolar“, das Solarturm-Kraftwerk von Torresol Energy in Spanien, ist mit einem Flüssigsalz-Speicher ausgestattet und erzeugt damit auch bei bewölktem Himmel und in der Nacht weiter Strom.



