Der Geschäftsführer des tschechischen Atomkonzerns ?EZ bezeichnet die österreichischen Anti-Atom-Proteste als irrelevant.
Tschechien hat nicht vor den Plan zum Bau zweier neuer Kraftwerke aufzugeben © ILUSTRA<br /><br />

Österreichs Nachbar Tschechien will den Anteil der Atomstrom von derzeit ca. 30 % auf 80 % erhöhen – so lauteten die Schlagzeilen vor wenigen Wochen. Österreichs Politiker reagierten zwischen gar nicht und deutlich empört – allzu offiziell wurde der Protest bisher aber nicht vorgetragen. Daniel Beneš, Geschäftsführer der ?EZ, lässt das kalt: Österreich hätte keinen Einfluss auf den Bau der Kraftwerke, ließ er nun verlauten. Exporte nach Österreich wären für den Geschäftsplan Temelíns nicht entscheidungsrelevant. „Ich denke nicht, dass es hier einen Zusammenhang gibt“, fügt Beneš hinzu. „Der erste der Reaktoren sollte bis 2023 in Betrieb genommen werden. Der zweite rund anderthalb Jahre später“. Damit will Beneš offenbar auch dem niederösterreichischen Energie-Landesrates Stephan Pernkopf den Wind aus den Segeln nehmen, der „den Tschechen den EU-Geldhahn zudrehen“ möchte, weil Tschechien den Anti-Atom-Kurs der Union nicht mehr mittrage.

Siehe: Bericht von 27.10.2011

Pernkopf hatte allerdings keine direkten Zahlungen, sondern die EU-Förderungen gemeint, die man Tschechien mit vereinten Kräften kappen möchte. Und dies hätte schon schmerzliche Auswirkungen auf Österreichs Nachbarn. Der stellvertretende Industrie- und Handelsminister Tomaš Huner formulierte zurückhaltender: „Wir überlegen, die Energieproduktion der Kraftwerke bis 2050 von 30 % auf 60 % zu erhöhen. Auf lange Sicht ist nukleare Energie für uns unverzichtbar.“

In der Zwischenzeit hat mit Belgien ein weiteres EU-Land den Atom-Ausstieg beschlossen.

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Soll der tschechische Industrie- und Handelsminister Kocourka auf Einmischungen in seiner Energiepolitik hören? 75 % der Tschechen stimmten für "Nein". 

Quelle: Ceska Pozice
Artikel in der Huffington Post
Newstimes

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