Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin

KOMMENTAR: Der Klimawandel treibt die Weltwirtschaft zu neuen Geschäften und Produkten und Ideen.

Frauenzeitschrift mit Nachhaltigkeitsanspruch. Eine von vielen Geschäftsideen im Zeichen des Klimaschutzes.

Natürlich gibt es auch heute noch Klimawandelleugner. Kaum ist es im Frühling einmal nass und nebelkalt, schon wird dies als Beweis für die „unhaltbare These“ der menschengemachten Klimaerwärmung genommen. Doch diese Meinungen fallen aus der Zeit. Die überwiegende Mehrheit aus Bürgerschaft, Business und Politik glaubt an die Notwendigkeit, die Erwärmung des Planeten zu stoppen.

Und mit dieser Erkenntnis kommt man zusehends ins Geschäft. Hier ein paar ganz unterschiedliche Beobachtungen dazu:

1. Die oekostrom AG in Österreich verkauft elektrischen Strom aus ausschließlich erneuerbaren Quellen. Und machte im Jahr 2020 einen respektablen Gewinn von fast einer Million Euro. Es gibt viele Kund:innen, die sich dem Modell verpflichtet sehen – und kaufen.

2. Das neue Bauhaus. Holzbauer gehen vor lauter Anfragen unter. Viele Menschen suchen ein gesundes, oder zumindest nicht allzusehr krankmachendes, Baumaterial und stossen auf Holz. Eine neue, ziemlich prominent besetzte Initiativgruppe in Deutschland propagiert nichts weniger als die neue Baukultur – aus Holz. Ausgegangen ist diese Initiative von Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber. Politikerinnen, Künstler und Architektinnen unterstützen das. Andere Baustoffe müssen nachziehen und ihre Klimabilanz verbessern. Und tun das auch.

„Klimaschutz hat sich zu einem der größten Geschäfte aller Zeiten entwickelt“
Frankfurter Allgemeine Zeitung

3. US-Präsident Joe Biden hat kürzlich unerwartete Signale gesetzt und andere Länder unter Zugzwang gebracht. Der Klimaschutz, dem er sich im Wahlkampf verschrieben hat, wird nun in Gesetze (und dollarschwere Förderungen) gegossen. Großbritanniens Boris Johnson folgte gleich mit kräftigen Zielvorgaben.

4. Die FAZ schrieb vor einigen Tagen: „Klimaschutz hat sich zu einem der größten Geschäfte aller Zeiten entwickelt“. Die Amerikaner schwenken um, China plant Windkraftanlagen und Photovoltaik im Megamaßstab und die europäische Auto-Industrie startet gerade mit Elektrofahrzeugen neu durch (auch wenn der Motor noch ruckelt).

5. Die Photovoltaik ist Arbeitgeber für hunderttausende Facharbeiter geworden, in Österreich suchen die Betriebe bereits händeringend nach Nachwuchs.

6. Die Umweltschützer werden jünger. Die Generation der weisen alten Männer, die immer schon auf die Umweltgefahren aufmerksam gemacht haben, aber als etwas moralinsauer unter den Achseln wahrgenommen wurden, treten ab. An ihre Stelle kommen nicht nur die Fridays for Future-Kids, sondern auch neue, selbstbewußte 30-jährige. Und neue Geschäftsmodelle. Zum Beispiel ein neues Frauen-Magazin „für ein nachhaltiges Leben“. Der Name: Brigitte BE GREEN. Eine Schlagzeile aus der Startausgabe: „BOAH, NERV NICHT! Wie mein Mann den Planeten ruiniert“.

Man sieht: Es tut sich was, es tut sich viel, es drehen sich die Milliarden, der Mainstream. Fossile Verbrenner und rauchende Schlote sehen plötzlich ziemlich alt aus. Die Zukunft ist grün.

 

Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber dieser Publikation energie-bau.at und verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur und Energieeffizienz. Als seit Jahren leidenschaftlicher E-Auto-Fahrer und Bezieher eigenen Sonnenstroms ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

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