Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin

KOMMENTAR: Wie lange wollen wir noch warten – und worauf eigentlich? Das Außergewöhnliche ist normal.

Maskenmann
Der Geist mit der Maske kommt immer wieder zurück. Foto: sentiero/starmühler

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber manche Prognosen sind Wünsche ans Christkind, und zwar solche, die jedenfalls nicht in Erfüllung gehen werden. Zum Beispiel dieser: „Ich glaube, mit der Covid-19-Impfung kehrt rasch Normalität ein.“

Erinnern wir uns: Im März 2020 hieß es, dass im Sommer alles vorüber sein würde. Im Sommer dachte man dann, dass der Herbst das Ende des gröbsten Übels brächte. Im Herbst erklärte die deutsche Bundeskanzlerin, dass es vor Weihnachten keine Entwarnung geben würde. Anfang Dezember sagte nun der deutsche Gesundheistminister Spahn, dass „vor Herbst oder Winter 2021“ die Pandemie nicht besiegt sein würde. Da wusste er auch schon, dass erstaunliche Erfolge der Impfstoff-Erzeuger gemeldet worden waren.

Also kurz gesagt: Hütet euch vor den Prognosen, die ihr nicht selbst manipuliert habt!

Denken wir nur an die folgenden Zusammenhänge:

  • Die Bereitschaft, sich in Covid19-Massentests überprüfen zu lassen, ist überschaubar gewesen. Nur 20 bis 30 Prozent der Leute gingen hin.
  • Die Impfungen sind noch nicht da, die Impfverweigerung aber schon.
  • Die Erfolgsraten und Langlebigkeit der Impfwirkung sind noch recht ungewiss.
  • Die Angst der Menschen sitzt in deren Knochen.

Das alles zusammengenommen bedeutet: Da nur ganz wenige Menschen bis Ostern oder Sommer 2021 geimpft sein werden, die Unsicherheiten und Ängste aber bleiben, werden auch die Maßnahmen gegen die Pandemie nicht groß gelockert werden können. Denn ohne (oder mit schlechten) Impfungen werden die Corona-Zahlen immer wieder in die Höhe gehen. Und die Menschen werden schon aus Angst und Vorsicht viel weniger reisen und ins Theater gehen als bisher.

Was also ist zu tun?

Das Wichtigste ist, nicht auf das Ende der Pandemie zu warten. Das gibt es nämlich nicht. Eine Untersuchung der deutschen Bank vom September 2020, die Ende November präsentiert worden ist, ergab, dass 44 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass die Krise noch drei bis fünf Jahre anhalten wird.

Die Menschen sind gescheit und die Wahrheit ist ihnen zumutbar.

Ändern wir also unser Leben und stellen wir uns auf die Bedingungen ein, machen wir jeder und jede von uns das Beste daraus. Es gibt viel zu tun, es gibt auch viele neue Chancen, bei aller Widrigkeit.

Rechnen wir mit fünf Jahren Krise, dann feuen wir uns, wenn so etwas wie Unbekümmertheit schon früher einkehren kann.

 

 

Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber dieser Publikation energie-bau.at und verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur und Energieeffizienz. Als seit Jahren leidenschaftlicher E-Auto-Fahrer und Bezieher eigenen Sonnenstroms ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

Kommentare  

#2 Redaktion 2020-12-16 13:21
Vielen Dank Herr Kien für den Zuspruch!
Das Interessante ist ja, dass die Veränderungswil ligen in Umbruchszeiten den größten Vorsprung herausholen können.
Also: Packen wir es an, es gibt viel Neues zu tun.

lg
Herbert Starmühler, Redaktion
#1 Franz Bernhard Kien 2020-12-12 17:32
Ich finde es persönlich sehr ansprechend, dass der Verfasser dieses Kommentars, die Zukunft mit Corona ungeschönt realistisch einschätzt und sich trotz prognostizierte r, notwendiger Veränderung unserer bisherigen Verhaltensmuste r nicht ins Hemd macht!

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