Teilen - 12.09.18
Kommentar von Elisabeth Höfer
klima:aktiv Mobilitätsberaterin
Es muss nicht immer ein großes Unternehmen hinter einer guten Idee stecken. Und genauso wenig hinter jedem Carsharing. Manchmal ist es sogar besser, wenn das von den Gemeinden selbst gemacht wird.
Wer teilt, fährt nicht nur günstiger sondern auch besser.

Bei einem regionalen Verein gibt es ein wunderbar funktionierendes Carsharing Modell, dessen Wirkungskreis sich weder durch Ortstafeln noch Bezirksgrenzen beschränken lässt. Wie bei einem Sport- oder Musikverein steht nicht der unternehmerische Gewinn sondern das soziale Miteinander im Vordergrund.

Die Anschaffung der ersten Fahrzeuge wurde mit Crowdfunding von Privatpersonen, Firmen und Gastbetrieben finanziert und für jede Einzahlung anteilig Gutscheine für das stundenweise oder tagelange ausleihen der Autos ausgegeben. Die Gemeinden im Einzugsgebiet finanzierten nur neue Ladestationen, die natürlich auch allen anderen E-MobilistInnen zur Verfügung stehen.

Nicht zu billig
„Was nix kost´ is nix Wert“, meint der Volksmund und deshalb sind zu viele Förderungen und Gratisangebote nicht immer die beste Motivation. Deshalb sind die Preise so gestaltet, dass Mobilität noch leistbar ist und günstiger als ein eigenes (Zweit)Auto mit allen Nebenkosten ist es immer. Die Achtsamkeit im Umgang mit dem Fahrzeug und das Aufladen für den nächsten Nutzer sind unter Vereinsfreunden erfahrungsgemäß besser, als wenn es sich um eine Firma mit Kunden handeln würde.

Selbst das geteilte Auto lässt sich untereinander noch gemeinsam nutzen. Wer zum Einkaufen/ins Kino/in den Urlaub fährt, fragt in der Community einfach nach, wer mitfahren möchte. Wenn eine ältere Person im Ort zum Arzt muss, fragt diese gezielt bei Eltern an, die ihr Kind zur Schule bringen, denn die Arztpraxis ist gleich daneben. Viele spontane Fahrten mit Kurzstrecken, haben sich zu gesammelten und effizienten Fahrten entwickelt. Wer eines der E-Autos unterwegs heranwinkt, hat die Möglichkeit – wie anno dazumal – ein Stück des Weges mitgenommen zu werden.

Obfrau als treibende Kraft
Die treibende Kraft, damit dieser Verein gut läuft, ist eine Obfrau mit viel Energie und Zeit! Sie stellt ein Auto gegen Aufpreis auch vor das Haus wenn das „Free- Floating“ und Übergaben einmal nicht funktionieren und ist jederzeit für Fragen rund ums E- Auto erreichbar.

Der Name des beschriebenen Vereines? Der steht noch nicht fest. Ebenso wenig, wie mit den Hürden umgegangen werden soll, die so ein Projekt derzeit erschweren. Denn schließlich darf z.B. niemand ohne entsprechende Ausbildung und Konzession Personen oder Pakete von A nach B befördern, wenn es nicht kostenfrei ist. Diese Graubereiche sind dann relevant wenn etwas passiert und es um Haftungen geht. „Da Neid is a Hund!“, sagt man am Land auch, denn der beißt gute Ideen und Eigenverantwortung.

Elisabeth Höfer

Elisabeth Höfer

klima:aktiv Mobilitätsberaterin

berät als Klima.Aktiv-Mobilitätsberaterin und bei der Energieagentur Unternehmen und Private beim Weg zum klimafreundlichsten Gebäude. 

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