Die Lage spitzt sich zu, die Preise stiegen in Österreich im Juli bereits um 9,3 % gegenüber dem Vorjahr. Energie verteuerte sich noch stärker.

Wird es ein kalter Winter, wenn die Gaszufuhr gedrosselt und das Gas teuer wird? Foto: Herbert Starmühler

Die Statistik Austria gab am 18.8.2022 die Juliwerte bekannt. Demnach blieb die Teuerungsrate auf ihrem „Wachstumspfad“. 

Für Architektur und Bauwirtschaft im Allgemeinen sind das keine guten Nachrichten, das Baugeschehen verlangsamt sich, viele Aufträge werden verschoben oder ganz storniert. Denn das Geld der Konsumenten steckt nicht mehr locker – vielmehr löst es sich gerade teilweise mittels Inflation auf.

Hier die Teuerungsraten im Einzelnen:

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Die Energiepreise gehören zu den Spitzenreitern – und werden das auch bleiben. Insbesondere Gaskunden droht neuerlich Ungemach:

„Die europäischen Spotgaspreise haben 2.500 Dollar (pro 1.000 Kubikmeter) erreicht”, so der russische Konzern Gazprom. „Nach vorsichtigen Schätzungen werden die Preise in diesem Winter 4.000 Dollar pro 1.000 Kubikmeter überschreiten, wenn diese Tendenz anhält.” Die Ukraine hat eine der Gazprom-Routen für Lieferungen nach Europa geschlossen. Der Konzern selbst hat im Streit über eine Gasturbine des für die Wartung zuständigen deutschen Konzerns Siemens Energy seine Kapazität der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland auf etwa 20 Prozent reduziert.

Insgesamt brachen die Gasexporte von Gazprom zwischen dem 1. Jänner und dem 15. August um 36,2 Prozent auf 78,5 Mrd. Kubikmeter ein. Die Produktion nahm gleichzeitig um 13,2 Prozent auf 274,8 Mrd. Kubikmeter ab, teilte das Unternehmen mit. Im August allein ging die Produktion bisher um 32,2 Prozent zurück, nach 35,8 Prozent im Juli, sagte Ökonom Jewgeni Suworow von der CentroCreditBank. Der Exportrückgang habe sich dabei auf 59 Prozent beschleunigt.
Die niederländischen Großhandelspreise für Gas erreichten im Frühjahr ein Rekordhoch von fast 335 Euro pro Megawattstunde (MWh). Seitdem sind sie auf etwa 226 Euro gefallen, wie Daten vom Dienstag zeigen. Sie liegen damit aber immer noch weit höher als vor einem Jahr, als sie etwa 46 Euro pro MWh betrugen. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern befeuern die hohen Energiepreise die Inflation. Experten zufolge könnte die deutsche Teuerungsrate im Herbst sogar zweistellige Werte erreichen. (APA)

(hst)

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