Video-Interview: Energieplaner Timo Leukefeld über die Vorteile von weniger Technik in Gebäuden. Er glaubt, dass wassergeführte Heizungen bald nur mehr in der Sanierung eine Rolle spielen.

Energieplaner Timo Leukefeld (links) im Gespräch mit Herbert Starmühler (energie-bau.com)

Moderne Haustechnik verhilft – manchmal – zu erhöhter Effizienz und niedrigem Energieverbrauch. Nur sind die Bauteile nicht für die Ewigkeit gebaut. Im Video-Interview mit energie-bau.com erklärt der in Freiberg (D) lebende Energieexperte und Professor Timo Leukefeld, warum weniger oft mehr ist. Und wohin die Reise geht.

Energieplaner Timo Leukefeld (links) im Gespräch mit Herbert Starmühler (energie-bau.com)

Er verweist auf die oftmals überbordende Technik, die den Nutzer oder die Nutzerin überfordert. Wo früher ein einfacher Kippschalter genügte, muss jetzt ein Touch-Panel bedient werden. Dazu sind aber ein paar Kenntnisse notwendig, die nicht überall vorhanden sind. Noch schwerer wiege laut Leukefeld, der zusammen mit Architekten und Bauherren bereits mehrere Mehrfamilienhäuser geplant und errichtet hat, dass die „3. Miete“, also Wartungskosten und Handwerkerrechnungen für die vielen Technik-Elemente zu hoch werden.

Weil Photovoltaik, Stromheizung und auch Speicher immer günstiger und weniger wartungsanfällig sind, glaubt er an ein langsames  Verschwinden der wassergeführten Heizungen im Neubau.

(hst)

 

Kommentare  

#2 Ernst Walter Schrempf 2020-09-11 08:04
Bin gespannt, bin offen für alles.
Ich setze in unserem CO2 freien Betrieb (!) weiterhin auf Wasser: Grundwasserwärm epumpe, Gebäudekühlung und Heizung mit Wasser, Wärmeentnahme aus den Kühlungen über Wasser-Wärmetau scher, Wärmerückgewinn ung aus dem Grauwasser, Energietranspor t im Gebäude mit Wasser... Und, wenn etwas defekt ist, dann läuft es einfach aus, das Lebensmittel Wasser.
www.schloss-thannegg.at
#1 Peter Ott 2020-09-10 15:03
Das Gegenteil wird der Fall sein: Wasser ist der thermische Energiespeicher mit dem besten Preis/Leistungs verhältnis schlechthin. Zur Anpassung an den Klimawandel muss im Sommer immer umfassender gekühlt werden. Mittels Zwischenspeiche rung von (thermischer) Energie kann der Energiebedarf des Haushalts perfekt an das volatile Angebot der Erneuerbaren Energien angepasst werden und dadurch sogar ein relevanter Preisvorteil lukriert werden. Das erfordert selbstverständl ich ein Neudenken der hydraulischen Konzepte: Pufferspeicher, bidirektionale Wärmepumpe, hydraulische Flächen zur Heizung UND Kühlung, regionale Energiegemeinsc haften mit koordinierten Energieströmen, Anergienetze u.v.a.m. Vereinfachung der Konzepte ja, aber nicht billig, koste es (Energie) was es wolle!

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