Ein ehemaliger Flakbunker in Hamburg-Wilhelmsburg wurde aufwendig saniert und versorgt seit mittlerweile eineinhalb Jahren das umliegende Wohnviertel mit Wärme und Strom.
Das ehemalige Kriegsbauwerk wurde zu einem Energiekraftwerk umgebaut. Foto: IBA Hamburg GmbH / Bernadette Grimmenstein

Mehr als 60 Jahre lang stand der 42 Meter hohe Schutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg leer, ehe 2006 das Projekt „Energiebunker“ in Angriff genommen wurde. Nach siebenjähriger Projektentwicklungs- und Bauphase ist ein Kraftwerk für regenerative Energie entstanden, das derzeit etwa 800 Wohneinheiten mit einem Mix aus Photovoltaik und Solarthermie, Biogas und Biomasse sowie industrieller Abwärme versorgt.
 
Kern des Projekts ist ein zwei Millionen Liter fassender Wasserspeicher als Großwärmepuffer im Inneren des Bunkers, der als Zentrale eines Nahwärmenetzes dient. Der Speicher wird durch die Wärme eines Biomasse-Blockheizkraftwerks und einer Holzfeuerungsanlage sowie einer solarthermischen Anlage auf dem Dach gespeist, dazu kommt noch die Abwärme eines nahegelegenen Industriebetriebs. Gleichzeitig wird Strom für etwa 1.000 Haushalte aus dem Blockheizkraftwerk und der auf der Südfassade installierten Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz ein eingespeist.
 
Seit Oktober 2012 liefert der Energiebunker nun Wärmeenergie, seit März 2013 auch Strom. Schrittweise werden Leistung und Netz ausgebaut, in der Endausbaustufe sollen 3.000 Haushalte mit Wärme aus dem Bunker versorgen und über 2,5 Mio. kWh Strom produziert werden.
 
Der „Energiebunker“ in Hamburg-Wilhelmsburg ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Führungen werden angeboten, in 30 Metern Höhe gibt es eine Aussichtsterrasse und ein Café. Die Kosten des Projekts, das im Ramen der Internationalen Bauausstellung 2013 gemeinsam mit Hamburg Energie realisiert wurde, betrugen insgesamt 26,7 Millionen Euro. 
 
 

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