Rückgang - 06.12.18
Der Energieverbrauch in Österreich war noch nie so hoch wie 2017. Das bleibt nicht der einzige negative Rekord. Zugleich ist die Verwendung erneuerbarer Energieträger auf einem tiefsten Stand seit 2011.
Die 34 %-Marke an erneuerbaren Energien von 2020 rückt gerade wieder ein Stück weg. Foto: SD-Pictures

Laut aktuellen Daten der Statistik Austria lag der Bruttoinlandsverbrauch (BIV) Österreichs 2017 bei 1.142 Petajoule. Der BIV bezeichnet die Menge an Energie, die insgesamt zur Deckung des Energiebedarfs des Landes gebraucht wurde und erklomm letztes Jahr neue Höhen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg er um 2 %. Das bisherige Rekordjahr war 2010 mit 1.140 Petajoule.

Diese Zahl allein ist schon recht bedenklich, sie wird aber noch übertrumpft von der Tatsache, dass Einsatz erneuerbarer Energieträger um 1 % gesunken ist. Erneut gemessen am BIV. Ganz im Gegensatz zu Erdgas, Kohle und Erdöl. Alle drei verzeichneten letztes Jahr Anstiege (9,3 %, 3,6% und 0,4 %).

Grün runter
Das Ergebnis daraus zeichnet kein gutes Bild: Der Anteil erneuerbarer Energien am BIV ist letztes Jahr von 29,7 % auf 28,8 % gesunken. Also um fast einen Prozentpunkt. In Anbetracht der Tatsache, dass Österreich bis 2020 einen Anteil von 34 % erneuerbarer verzeichnen will, sind diese Zahlen besonders alarmierend.

Das findet auch Franz Titschenbacher, Präsident des österreichischen Biomasse-Verbandes. Er warnt: „Die Energiebilanz zeigt die Versäumnisse der letzten Jahre bezüglich des Ausbaus der Erneuerbaren und der Steigerung der Energieeffizienz deutlich auf. Hier ist dringend eine Trendumkehr notwendig.“

Biomasse und Wasserkraft runter
Seine Warnung ist nicht ohne Eigeninteresse. Insbesondere der Energieträger Biomasse ging letztes Jahr zurück. Gleiches gilt auch für Wasserkraft, während die Windkraft um ein Viertel und Photovoltaik um ein 15 % wachsen konnten. Sie stehen beim Anteil der erneuerbaren Energieträger aber weit hinter Biomasse und Wasserkraft.

Titschenbacher befürchtet, dass das mögliche Aus von Holzkraftwerken hier eine weitere Kerbe schlagen könnte. Er appelliert deshalb an die Regierung, „den von Bundesministerin Elisabeth Köstinger auf den Weg gebrachten Antrag zum Weiterbetrieb der voll funktionstüchtigen Holzkraftwerke zu unterstützen. Es geht um unsere Umwelt und unsere Zukunft.“ (flb)

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