Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin
Das Ladenetz für E-Autos entwickelt sich rasant. Allein zwischen Wien und Salzburg gibt es mittlerweile hunderte Möglichkeiten.
Zwischen Wien und Salzburg sieht man die Strecke vor lauter Ladestationen nicht mehr. Screenshot: GoingElectric.de
Während die Benzin- und Dieseltankstellen immer weniger werden, sprießen Elektro-Autostationen aus dem Boden, wohin man schaut. Wer das nicht glaubt, der sollte bei den gängigen Stations-Suchmaschinen, zum Beispiel bei www.goingelectric.com, ein bisschen zu Werke gehen.

Tippen Sie doch mal dort die Strecke Wien – Salzburg ein! Wer sich alle Optionen offen lässt, also alle Ladekarten oder auch langsamere Ladesäulen zulässt, der sieht die Strecke vor lauter Ladesäulen nicht mehr.

Ladestationen 37 kW
So sieht der Ladesäulenwald zwischen Wien und Salzburg aus, wenn man auch langsame Stationen zulässt. Die grünen Markierungen sind übrigens Vorschläge der Plattform für Mindestreichweiten. Bild: Screenshot von www.goingelectric.com

Nun ziehen Sie den Regler immer mehr an, sprich Sie lassen sich nur jene Stationen angezeigen, die mindestens eine Ladeleistung von 11 kW vorweisen können. Das ist die Leistung, die die meisten Wallboxen im Heimlademodus schaffen. Nicht besonders ergiebig, aber für das Übernachtladen in der heimischen Garage gut ausreichend, selbst ein Tesla ist da in fünf, sechs Stunden wieder startklar für einen großen Trip.

Ladestationen 11kW
Das sind nun die Ladestationen für Ihr E-Auto, wenn Sie zwischen Wien und Salzburg die langsamen ausschließen und sich nur jene anzeigen lassen, die zumindest 11 kW Leistung bereitstellen. Bild: Screenshot von www.goingelectric.com

Naja, aber jetzt sind wir ja mit einem kleineren E-Auto unterwegs, Reichweite vielleicht 130 km, weil es gerade Winter ist, da möchte man doch etwas schneller laden. Gesagt getan: Sie killen nun auch die 11-kW-Ladesäulen und lassen sich nur die Stromspender ÜBER 22 kW anzeigen. Damit sind wir in der Mittelklasse angekommen, hier ist eine Pause von 30 bis 60 Minuten schon ausreichend um die Kiste wieder recht flott zu kriegen. Das sieht dann so aus:

Ladestationen 22kW
Hätten Sie das geahnt? Hier sehen Sie die Schnelllader ab 22 kW zwischen Wien und Salzburg. Größere Arbeitspausen können jetzt bald keine mehr eingelegt werden, das Laden geht zügig von statten. Bild: Screenshot von www.goingelectric.com

Nur, wofür haben Sie CCS, also Combined Charging oder CHAdeMO-Buchsen an Bord? Da sind 43 bis 50 kW möglich – und die dazugehörigen Ladesäulen gibt es zwischen Wien und Salzburg genauso. Hier wird es dann richtig flott, mit 50 kW sind in der Stunde 50 Kilowattstunden in der Batterie.

Rechnerisch zwar, in der Regel dauert es einerseits etwas länger, weil die Säulen nicht gleichmäßig viel in die Batterien laden (können) und andererseits kürzer, weil kaum jemand mit 0 kWh in der Batterie zum Laden kommt, die Batterie also nicht ganz leer ist.

Weil aber die meisten nur 20-40 kWh Batteriekapazität unterm Sitz mitführen, ist das Ding an diesen Säulen sehr schnell wieder voll. Ok, und wie viele derartige Säulen gibt es schon auf der österreichischen Hochfrequenzstrecke Wien Salzburg?

Ladestationen 43kW
Zählen Sie selbst! Hier sehen Sie die Schnelllader ab 43 kW zwischen Wien und Salzburg. Wer sagt da noch, es gibt zu wenig Ladesäulen? Bild: Screenshot von www.goingelectric.com

Fazit: Die Einrede, wonach es zu wenig Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge gäbe, ist in Wirklichkeit eine Ausrede. Wer das sagt, soll sich nach anderen (Schein-)Argumenten umhören. Gute Fahrt!
Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur, Energieeffizienz und Mobilität, u. a. energie:bau, e:mobil und holzmagazin. Als seit Jahren leidenschaftlicher Tesla-Fahrer und Sonnenenergie-Empfänger ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

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