Die Österreichische Energieagentur beziffert in einer Studie von 2022 das Einsparpotenzial des hydraulischen Abgleichs konservativ mit rund 8 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr – bewusst als untere Grenze des technisch möglichen Potenzials. Hochgerechnet ergibt sich allein im mehrgeschoßigen Wohnbau ein jährliches Einsparpotenzial von über 1.300 GWh in Österreich.
Zur Erklärung: Der Hydraulische Abgleich ist ein Verfahren, mit dem sichergestellt wird, dass jeder Heizkörper (oder jeder Heizkreis einer Fußbodenheizung) genau mit der Menge an Warmwasser versorgt wird, die er benötigt, um den jeweiligen Raum wunschgemäß zu beheizen.
Ohne diesen Abgleich fließt das Wasser den Weg des geringsten Widerstands: Heizkörper nahe der Umwälzpumpe werden zu heiß, während entfernte Räume kaum warm werden. Durch voreinstellbare Ventile wird der Durchfluss so reguliert, dass das System effizient und gleichmäßig arbeitet.
Temperaturbasierter hydraulischer Abgleich für maximale Effizienz der Heizungsanlage
Das temperaturbasierte Verfahren von myWarm erfasst z.B. reale Betriebsdaten aus der gesamten Heizungsanlage – bis auf Ebene jedes einzelnen Heizkörpers.
Auf Basis von 13,8 Milliarden Datenpunkten und KI- gestützten Algorithmen werden Heizsysteme deutlich präziser optimiert als mit konventionellen, rein rechnerischen Verfahren.
„Der hydraulische Abgleich ist eine der wenigen Maßnahmen, die sofort deutliche Energieeinsparungen bewirken können“
Klaus Hense, Geschäftsführer myWarm.
In der Praxis führt dies zu nachweislichen Energieeinsparungen von bis zu 35 % bei über 200.000 hydraulisch abgeglichenen Heizflächen in Österreich, Deutschland und Südtirol – deutlich oberhalb der in Studien angenommenen 5–10 %.
Forderungen von myWarm für effiziente Energiepolitik in Österreich
1. Hydraulischer Abgleich gesetzlich verpflichtend machen
Als einfache, geringinvestive Maßnahme sollte der hydraulische Abgleich für große Bestandsgebäude Pflicht werden. Er spart Energie, reduziert CO2-Emissionen und steigert die Effizienz ohne aufwendige Umbauten oder hohe Investitionen.
2. Fördermittel gezielt einsetzen
Förderprogramme sollten den hydraulischen Abgleich priorisieren und die gesetzliche Pflicht flankieren, nicht ersetzen.
3. Bewusstsein und Information stärken
Der hydraulische Abgleich ist oft unbekannt oder unterschätzt. Gezielte Informations- und Sensibilisierungskampagnen können Hürden abbauen und den Nutzen deutlich machen.
Deutschland als Lernbeispiel: Regulierung mit Wirkung
„Der hydraulische Abgleich ist eine der wenigen Maßnahmen, die sofort, mit geringem Aufwand und ohne große Umbauten deutliche Energieeinsparungen bewirken kann – genau dort, wo Österreich sie dringend braucht.“ sagt Klaus Hense, Geschäftsführer myWarm.
Deutschland als Vorbild
Deutschland hatbe mit der EnSimiMaV und der Weiterentwicklung des Gebäudeenergiegesetzes gezeigt, welches Energieeffizienzpotenzial im hydraulischen Abgleich steckt. Auch wenn zentrale Elemente inzwischen abgeschwächt oder zurückgenommen wurden, erzielten die Maßnahmen kurzfristig messbare Effekte: Der Heizenergieverbrauch im Gebäudebestand sank, wodurch ein relevanter Beitrag zur Gasmangellage und zugleich Fortschritte bei Klima- und ESG-Zielen erreicht wurden.
(hst)


