Im Rahmen des EU-Projekts „Smart Circular Bridge“ wurde in den Niederlanden eine Brücke als Hohlkammerkonstruktion mit 3,2 Tonnen Flachsfasern errichtet.

Die Kombination aus Flaschs und Bioharz ist in ihren Eigenschaften etwa mit Aluminium oder Stahl vergleichbar. Foto: Smart Circular Bridge

Kombiniert mit einem speziellen Bioharz entsteht aus Flachs ein leichter und hochstabiler Werkstoff, informiert die Universität Stuttgart, die gemeinsam mit vierzehn Partnern an dem Forschungsprojekt beteiligt ist. Die erste „Smart Circular Bridge“ mit einer Spannweite von 15 Metern wurde Ende April eingeweiht, zwei weitere "Smart Circular Bridges" für Fußgänger und Radfahrer werden 2022 im deutschen Ulm und 2023 im niederländischen Bergen op Zoom gebaut.

Bioverbundwerkstoffe bieten ein enormes Potenzial für eine bio-basierte Kreislaufwirtschaft, heißt es weiter. Neben den zu 100 Prozent natürlichen Flachsfasern soll auch das Harz so weit wie möglich aus nicht-fossilen Quellen stammen. Der Anteil des Bioharzes beträgt beim ersten Bauwerk 25 %, bei der nächsten Brücke soll er bereits auf 60 % steigen.

Um die Materialeigenschaften genau erforschen zu können, werden die Brücken systematisch in Echtzeit überwacht. Knapp 100 Sensoren liefern Daten zum Materialverhalten, deren Auswertung mit Hilfe künstlicher Intelligenz erfolgt. Zusätzlich wird untersucht, welche Optionen sich für den Baustoff ergeben, wenn die Brücken nach vielen Jahrzehnten das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. (cst)

Universität Stuttgart 

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