Passivhaustage - 12.11.2018
Einen ganz genauen Blick auf die Entstehung, Architektur und Wohnqualität von Passivhäusern konnte man weltweit bei den „Tagen der offenen Tür im Passivhaus“ vom 9. bis 11. November werfen. Eine Sanierung in Wien stach besonders hervor.
Zeitgemäßer EnerPHit-Standard für den Gründerzeitbau in Wien. Das ausgebaute Dachgeschoß erfüllt Passivhausstandard. Foto: Starmühler

An drei Tagen luden Bewohner_innen sowie Nutzer_innen von Passivhäusern und -wohnungen zur Besichtigung ein. Die „Tage des Passivhauses“ sind eine Aktion der Netzwerke Passivhaus Austria und International Passive House Association (iPHA) sowie weiterer Partner weltweit und werden seit 2004 jedes Jahr veranstaltet. Alleine in Österreich konnten dieses Jahr 132 Objekte besucht werden.

Altbau-Sanierung nach Explosion
Ein Highlight stelle bei den diesjährigen Besichtigungstagen ein Gründerzeit-Mehrfamilienhaus in der äußeren Mariahilfer Straße im 15. Wiener Gemeindebezirk dar. Das 2014 durch eine schwere Gasexplosion teilweise zerstörte Gebäude wurde in den Folgejahren generalsaniert und um zwei Geschoße aufgestockt. Die Fertigstellung erfolgte im Dezember 2017.

IMG 9486Spannende Ein- und Aussichten bei der Besichtigung des Gründerzeithauses in Wien. Foto: Starmühler

Grünflächen und Licht

„Da es sich um ein Gründerzeithaus handelt, war das gesamte Fundament bereits sehr mitgenommen. Wir tauschten die ehemaligen Holzpfähle gegen 206 Stahlbeton-Kleinbohrpfähle, entfernten einige Pultdächer und Seitentrakte und schufen dadurch ein stabiles Fundament und einen hellen, großen Innenhof", erklärt Architekt Günther Trimmel von Trimmel Wall Architekten in Wien während der Besichtigung. Ungewöhnlich: Fast zwei Drittel der 29 Wohnungen bekamen dadurch Grün- oder Balkonflächen, das Gebäude ein neues Stiegenhaus sowie einen Lift. In der Garage gibt es zudem nun sieben Stellplätze mit E-Ladestationen.

Passivhaus-Standard
Durch eine 20-cm-Hanfdämmung an der Fassade Mariahilfer Straße und im Innenhof sowie einer hochwärmedämmenden Aerogelputz-Fassade an der Seite in der Denglergasse erreicht der Altbau beinahe, der Dachgeschoß-Ausbau ganz Passivhausstandard. In allen Wohnungen gibt es kontrollierte Wohnraumlüftung, eine Solaranlage (etwa 1 m2 Fläche pro Wohnung) am Dach sorgt für Warmwasser.

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Im Rahmen der Besichtigung wurde Architekten Günther Trimmel (re.) sowie Bauphysiker Helmut Schöberl (Mitte) das EnerPHit-Zertifikat von Günther Lang (Passivhaus Austria) überreicht. Foto: Starmühler

Auszeichnungen für Sanierung
Das Gebäude erhielt im Sommer nicht nur den 1. Preis des Wiener Stadterneuerungspreises der Landesinnung Bau Wien, sondern im Rahmen der Besichtigung, bei der unter anderem Architekt, Günther Trimmel, Bauphysiker Helmut Schöberl sowie Günter Lang von Passivhaus Austria anwesend waren, wurde zudem die EnerPHit-Zertifizierung überreicht. (sis)

Kommentare  

#2 Michael 2018-11-16 10:05
Schade, dass jemand so lauthals rumschreint, wenn er keine Ahnung von der Sache hat.
Nur ganz kurz für alle, die von solchen Nachrichten zum Thema Plusenergiegebä ude in die Irre geführt werden könnten: JEDES VERNÜNFTIGE PLUSENERGIEGEBÄ UDE IST EIN PASSIVHAUS.
Wenn nicht, dann OJE, :)
#1 energierebell 2018-11-15 19:20
Passivhaus - eine Blamage!! die Verhinderer einer raschen Energiewende??? Passivhäuser entsprechen dem techn. Stand von gestern, heute sind Plusenergiehäus er Stand der technik, Häuser, auch im Altbau die weit mehr Energie erzeugen können als sie verbrauchen, das zeigen wir mit unserem bauernhof seit über 16 jahren der mehr Wärme, mehr Strom und mehr Kraftstoff erzeugt als er verbraucht,... Um Plusenergie Standard zu erreichen muss man keinen Bauernhof. wo sind am Athaussanierten Passivhaus die Photovoltaik, die Wärme Kraft Kopplung, die Solaranlage, Dachwindräder?? ?.. wie es das Das Weltweit 1. Stadthotel mit Null-Energie-Bi lanz, das Boutique Hotel Stadthalle seit Jahren vorbildlich zeigt https://www.hotelstadthalle.at/nachhaltigkeit/null-energie-bilanz-hotel/

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