Bei den Schönauer Expertentagen zum Passivhausbau forderte Wolfgang Feist, der Doyen der Passivhaus-Szene, bei Sanierungen keine halben Sachen zu machen. Sonst seien Klimaziele niemals zu schaffen.

Wer Gebäude energieeffizient sanieren möchte, dürfe nicht zu Kompromissen greifen, postulierte Feist, der an der Innsbrucker Uni unterrichtet und in Darmstadt das Passivhaus-Institut leitet. Nicht nur ungenügend, sondern geradezu kontraproduktiv wäre es, sich mit einem Niedrigenergiestandard zufrieden zu geben. Feist: „Diese oft gehörte Position ist grundfalsch und ist eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung.” Der Grund liege in den langen Erneuerungszyklen der Bauteile. Habe man einmal ein Fenster ausgetauscht, so sei erst in 15 oder 20 Jahren der nächste Tausch sinnvoll und wahrscheinlich. Man müsse also unbedingt zu den hocheffizientesten Materialien greifen, „um bis zum Jahr 2040 eine Gesamteinsparung von 40 % zu erreichen”.

Feist war einer der Redner bei den Passivhaus-Expertengesprächen, die schon zum 8. Mal, vom Sonnenplatz Großschönau organisiert, in der Waldviertler Gemeinde Großschönau stattfanden. Franz Prettenthaler (Joanneum Research Graz) gab einen Ausblick auf die Kühlproblematik in den kommenden Jahrzehnten in Österreich, Andreas Nordhoff (Planungsbüro Köln) präsentierte PH-Sanierungen mit innovativen Heiz- und Wandaufbausystemen, Architekt Roland Matzig (Mannheim) stellte mit dem Frankfurter Sophienhof das größte zertifizierte Passivhausprojekt im Geschoßwohnbau in Deutschland vor. Weitere Referenten zeigten Modelle und Umsetzungen zur Wohnraumlüftung, konstruktivem Bautenschutz und Verschattungs-Rechnungen.

Tenor: Zwar sind mit über 5.000 Passivhäusern in Österreich schon bemerkenswert viele Bauherrn dem PH-Trend gefolgt, doch die Überzeugungsarbeit könnte noch größere Früchte tragen ...

Links:
Sonnenplatz Großschönau
IG Passivhaus
Passivhaus-Institut Darmstadt

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