Im niederösterreichischen Wilfleinsdorf nahe Bruck an der Leitha hat das nach Unternehmensangaben weltweit erste Bahn-Solarkraftwerk seinen Betrieb aufgenommen.
Die Anlage befindet sich direkt neben den Gleisen, um Übertragungsverluste zu minimieren. Foto: ©ÖBB Zenger
7.000 m² Solarpaneele neben den Gleisen sollen rund 1.100 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen, der in Zugkraft umgewandelt und direkt in die Oberleitung der Ostbahn eingespeist wird. Für die neuartige Pilotanlage der ÖBB sei eigens ein Wechselrichter, der Solarpaneele und Oberleitung verbindet und die produzierte Leichspannung auf die benötigte 16,7 Hertz-Wechselspannung umwandelt, entwickelt worden. „In diesem Wechselrichter wird der spezielle Bahnstrom hergestellt, den wir als Treibstoff für die Züge brauchen und den es bisher nicht gab“, wird Johann Pluy, Leiter des Geschäftsbereichs Bahnsysteme bei den ÖBB, in einem Bericht von orf.at zitiert.

Die erzeugte Menge entpräche dem Bedarf von 200 Zügen für die Strecke von Wien nach Salzburg, womit pro Jahr 400 Tonnen CO2 eingespart würden, heißt es weiter. Besonders effizient sei die Energiegewinnung, weil sich die Anlage direkt neben der Ostbahn befindet und somit Stromtransportkosten enfallen.

Die Solaranlage ist zusätzlich mit Wetterdatenerfassungs-, Überwachungs- und Auswertefunktionen ausgestattet, in den kommenden Monaten werden damit das Verhalten unter verschiedenen Wetterbedingungen, der Energieertrag und weitere Parameter analysiert. Die Erkenntnisse dienen der Planung weiterer Anlagen, die über Österreich verteilt entlang der ÖBB-Bahntrassen entstehen sollen.

Derzeit stammen gemäß eigenen Angaben 93 Prozent des ÖBB Bahnstroms aus erneuerbaren Energien. Die Entwicklung des Wilfleinsdorfer Bahn-Solarkraftwerks hat laut orf.at 1,5 Millionen Euro gekostet, bis zum Sommer nächsten Jahres befindet sich das Projekt noch in der Testphase. Beim EPCON AWARD 2015 überzeugte die Bahnstrom-Photovoltaikanlage schon jetzt und konnte den dritten Platz erringen.

ÖBB 

EPCON AWARD 2015

Bericht orf.at 

Leserbriefe, Anmerkungen, Kommentare bitte an redaktion(at)energie-bau.at

ebau newsletter