Kunden, die im Jahr 2015 eine PV-Anlage bis 5 kWp errichten, werden „mit einem einmaligen Investitionszuschuss gefördert. Die Vergütung des Überschussstromes durch die Tiwag erfolgt zum jeweils gültigen, von der Regulierungsbehörde E-Control GmbH veröffentlichten Marktpreis“, heißt es auf der Energieeffizienz-Webseite von Tiwag. Abhängig von der Größe der Anlage kann der einmalige Zuschuss bis zu 400 Euro betragen.
Dafür wird die Vergütung für eingespeisten Überschussstrom stark reduziert: Erhalten Betreiber einer Solaranlage derzeit noch zwischen 9 und 15 Cent pro kWh, können Neueinsteiger momentan nur mit dem Ökostrom-Marktpreis von brutto 4,1 Cent je kWh rechnen, wie die „Tiroler Tageszeitung online“ berichtet. Die Tiwag versucht weiters, ihre Bestandskunden zu einem Wechsel auf das neue Fördermodell zu bewegen. In einem Brief weist sie laut „Tiroler Tageszeitung online“ PV-Anlagenbesitzer darauf hin, dass es „keine Garantie über Laufzeit und Höhe“ der für diese Kunden bestehende Förderung bzw. Einspeisevergütung gäbe und diese „jederzeit angepasst werden“ könne.
Johann Hlavka, Gesellschafter der Wörgler Technowin GmbH, kritisiert die Vorgangsweise der Tiwag in der „Tiroler Tageszeitung Online“. Er „befürchtet, dass all jenen, die das Angebot nicht annehmen, bald nur noch der niedrige Marktpreis als Einspeisevergütung gezahlt wird.“ Das sei der Todesstoß für private PV-Anlagen, Investitionen in Umweltschutz würden damit „null und nichtig“. Unter diesen Voraussetzungen würde sich keiner mehr für PV-Anlagen interessieren, auch Kombinationen mit Wärmepumpen würden das Aus drohen.
Europaweit werde die Investitionsförderung forciert, um den Eigenverbrauch zu erhöhen, verteidigt Tiwag-Vorstand Erich Entstrasser gegenüber der „Tiroler Tageszeitung Online“ das neue Modell. Außerdem werde niemand zum Wechsel gezwungen. Jedoch: „Die Förderung für bestehende Anlagen wird Jahr für Jahr verlängert. Und in den Verträgen steht, dass man sie jährlich anpassen kann“, wird Entrasser in dem Bericht zitiert.



