Eine abschließende Besprechung für die Bisamberger Photovoltaik-Bürgeranlage auf einem Feld musste – wohl auf Druck der hohen Politik – auf nach der Wahl verschoben werden. Für Mitte Februar war die Besprechung geplant, bei der die Anlage, organisiert vom “Verein für Energie-Autarkie”, abschließend geprüft werden sollte.

In Bisamberg werden weniger PV-Paneele verbaut als im restlichen Niederösterreich. Foto: Klimafonds/Ringhofer

Da die Aussichten auf einen positiven Bescheid äußerst günstig waren – alle Gutachten sprachen bisher dafür – hätte ein positiver Bescheid vor der Wahl die Landesregierung (ÖVP) in Konflikt mit der Gemeindeobrigkeit (ebenfalls ÖVP) gebracht. Denn deren Frontfrau Dorothea Schittenhelm bemüht sich nach Kräften, das Projekt zu Fall zu bringen. Auf der Suche nach einem Ausweg forderte man vom Verein noch ein Gutachten über die Abfuhr des Regenwassers vom Transformatordach (?).

Doch die zuständigen Beamten versichern dem Verein, dass deshalb der Termin gar nicht hätte platzen müssen. Was den Verdacht nährt, dass hier doch das eine oder andere politische Kalkül am Werk war. Herbert Starmühler, Obmann des Vereins: "Viele von uns empfinden das als eine beschämende Verzögerungstaktik des Landes zugunsten einer Parteikollegin. Uns wundert dieses Verhalten sehr, zumal es Bisamberg sehr nötig hätte: Hierorts werden so wenige PV-Paneele verbaut, wie sonst kaum wo in Niederösterreich. Und die Energieversorgung ist in Bisamberg zu 92 % fossil – eigentlich eine Schande für eine Gemeinde, die sich mit Energie-Auszeichnungen schmückt."

Walter Nitsch, "Verein für Energie-Autarkie", Langenzersdorf, schreibt dazu in einer E-mail an das Büro von Energielandesrat Pernkopf:

"Sehr geehrte Herren!

Mit großem Interesse aber gleichzeitig auch mit Besorgnis verfolge ich die Entscheidungen unseres Landes zum Thema PV Aktivität.
Nur zu sagen, wir tun alles was uns möglich ist, ist einfach nicht ausreichend. Denn die Rahmenbedingungen werden nach wie vor ausschließlich von der Politik bestimmt!
Es geschieht jedenfalls nur das (diesen Eindruck muss man gewinnen), was der EVN und kommunalen Individualisten strategisch in den Kram passt!
Vorprogrammierter Interessenkonflikt, wenn man einerseits beteiligt ist und anderseits Wählern Rede und Antwort stehen will.
In der Liste www.pv-liga.at, die Sie sehr geehrter Herr DI Kirchweger in Ihrem Antwortschreiben an den Vorreiter Herrn Löser als Leistungsreferenz anführen könnte längst ein attraktives Bürgerbeteiligungs -PV-Projekt (Bisamberg mit 400kWp) mehr enthalten sein, wenn offensichtlich nicht selbst auferlegte gekränkte Eitelkeit und Voreingenommenheit eines regionalen Mandatars gleicher Organisation dies seit Monaten auf nicht nachvollziehbare Weise verhindern würde.
Bleibt hier die Frage offen wer entscheidet: “Ich (im Land – Strategie! Richtlinien-Gesetze) oder Ich (in der Kommune – Egoismen)?”
Die bisher erreichte Verzögerung dient jedoch keinesfalls dem Wohle der Bürger dieses Landes!
Reden allein genügt einfach nicht; Handeln ist zwingend angesagt!
Wen wundert’s, wenn sich treue “Gesellen” politisch nicht mehr beheimatet fühlen!
Oder gibt es doch noch eine Versachlichung und Gesinnungswandel zu diesem Thema?

Mfg

Walter Nitsch, Langenzersdorf"

Verein für Energie-Autarkie

Gemeinde Bisamberg

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