„Die Übernahme von Marine Current Turbines ist ein wichtiger Schritt für die Division Solar & Hydro,“ sagte Ted Scheidegger, CEO der Division Solar & Hydro im Siemens-Sektor Energy. „Wir werden die Kommerzialisierung dieser vielversprechenden Technologie weiter vorantreiben, die die planbare Energie der Gezeiten nutzt.“ Das Unternehmen hat sich zu einem Technologieführer für Gezeitenturbinen entwickelt. Erst im November 2011 hatte Siemens seine Beteiligung an dem Unternehmen auf 45 Prozent aufgestockt. Siemens plant, die vollständige Übernahme von Marine Current Turbines in den nächsten Wochen abzuschließen. Über die finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.
Die weltweiten Verpflichtungen zur Reduktion von Kohlendioxid (CO2) führen zu einer steigenden Nachfrage nach zuverlässiger Meeresenergie. Experten rechnen bis 2020 mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten für dieses Segment. Das weltweite Potenzial für die Stromerzeugung mithilfe von Gezeitenkraftwerken wird auf 800 Terawattstunden (TWh) jährlich veranschlagt. Zum Vergleich: Das ist rund ein Viertel mehr als der Gesamtstrombedarf Deutschlands und entspricht drei bis vier Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Küstenregionen mit starkem Gezeitenstrom wie Großbritannien, Kanada, Frankreich und der ostasiatische Raum haben große Potentiale zur Nutzung dieser Technologie.
Marine Current Turbines (MCT) hat mit SeaGen in Strangford Lough in Nordirland bereits ein Demonstrationsprojekt in kommerziellem Maßstab erfolgreich umgesetzt. Seit November 2008 erzeugen zwei Axial-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt (MW) Strom undversorgen damit rund 1.500 Haushalte. SeaGen hat bislang bereits mehr als drei Gigawattstunden elektrischer Energie ins Netz eingespeist. Gemessen an der Stromerzeugung ist dies bisher das größte Gezeitenturbinenprojekt. Weitere Projekte sind in der Planungsphase: das 8-Megawatt-Vorhaben Kyle Rhea in Schottland und das 10-Megawatt-Projekt Anglesey Skerries in Wales.
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Siemens: Geschäft mit Meeresenergie
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Siemens hat die Mehrheit bei der britischen Marine Current Turbines Ltd. übernommen. Das Unternehmen mit Sitz in Bristol entwickelt und baut Gezeitenturbinen.



