Der Verbrauch sei nach ersten Schätzungen wohl um 0,5 Prozent zurückgegangen, teilte der Bundesverband der Deutschen Energiewirtschaft (BDEW) am Mittwoch in Berlin mit.
BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller sagte, hier habe sich neben höherer Energie-Effizienz in der Wirtschaft auch das Wetter mit dem milden Winter und dem nicht sehr heißen Sommer ausgewirkt. Das Statistische Bundesamt hatte das Wirtschaftswachstum am Mittwoch für 2011 mit 3,0 Prozent beziffert.
Parallel zum Verbrauch ging auch die Produktion von Strom zurück, trotz des Aus für die alten Atomreaktoren allerdings nur um 2,5 Prozent gegenüber 2010. Hintergrund ist die steigende Ökostrom-Menge, der witterungsbedingt geringere Bedarf insgesamt sowie drastisch geringere Ausfuhren.
Deutschland blieb aber auch 2011 ein Netto-Exporteur von Elektrizität. Das Sparen von Energie gilt als ein Kernpunkt für die Energiewende nach dem Abschalten der älteren AKW. Die EU will mit einer Richtlinie sämtliche Mitgliedstaaten zu ehrgeizigerem Sparen verpflichten. So soll bis 2020 rund 20 Prozent weniger Energie verglichen mit den Prognosen aus dem Jahr 2007 verbraucht werden.
Die Energiewirtschaft fordert dennoch einen schnelleren Ausbau des heimischen Stromnetzes. Die Systemstabilität im Süden Deutschlands sei am 8. und 9. Dezember 2011 in Bedrängnis geraten, erklärte der BDEW-Bundesverband. Deutschland habe daher zum ersten Mal auf Kapazitäten von österreichischen Reservekraftwerken zurückgreifen müssen.
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Weniger Stromverbrauch trotz Wirtschaftswachstums
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Deutschland kann sich 2011 über ein Wirtschaftswachstum freuen. Trotz der guten Wirtschaftslage ist der Stromverbrauch bei unseren Nachbarn gesunken. Ein Trend der anzeigt, dass sich dass sich Konjunktur und Elektrizitäts-Nutzung entkoppeln.



