Nach ersten Gerüchten machte die US-amerikanische Google-Tocher Waymo alles klar. Hier die Aussendung des Unternehmens vom 24. September 2026: „Wir beginnen mit der Kartierung des Straßennetzes und führen erste Testfahrten mit speziell geschultem Fachpersonal am Steuer durch. So stellen wir in dieser Erprobungsphase sicher, dass unser autonomes System – der Waymo Driver – optimal auf die Besonderheiten des Münchner Verkehrs abgestimmt wird. Gegen Ende 2027 wollen wir unseren Fahrdienst dann für die Öffentlichkeit zugänglich machen.“
Tech-Experte und energie-bau-Kommentator Mario Herger hat die wahrscheinliche Entwicklung der weiteren Schritte so zusammengefasst:
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„Mit Niederlassungen in neun Ländern, davon sechs in Europa, stellt sich nun die Frage, wie die weitere Vorgehensweise von Waymo für die Aufnahme eines Robotaxibetriebs aussieht. Und dazu gibt es bereits Anhaltspunkte aus den USA, wo in einem Dutzend Metropolregionen ein solcher Robotaxidienst bereits in Betrieb ist.
Nachdem Waymo die Technologie bereits entwickelt und im kommerziellen Einsatz hat, sind nicht mehr alle Schritte zu unternehmen, wie in diesem Beitrag beschrieben. Einige Schritte sind allerdings notwendig, doch sind in einem wesentlich kürzerem Zeitraum behandelbar.
1. Physische Präsenz
Nach der Eröffnung einer Niederlassung muss Waymo folgende Prozessschritte durchlaufen:
- Physische Präsenz vor Ort: Büro, Depot mit Ladeinfrastruktur, Supportcenter
- Fahrzeuge mit dem Waymo Driver (mindestens 50 Stück für eine Region)
- Mitarbeiter: Sicherheitsfahrer,Wartung, Kundenservice, Betriebszentrale…
2. Rechtlicher Rahmen
Damit Waymo überhaupt die Robotaxi testen und hochpräzise Navigationskarten in einer Region erstellen kann, benötigt es einer Gesetzgebung und Regulierung, die das erlaubt und einen Pfad zur Lizenzierung eines kommerziellen, fahrerlosen Robotaxidienst erlaubt.
Die lokalen Behörden in den europäischen Ländern (und Japan und Südkorea) stehen vor der Herausforderung, dass sie es mit Waymo dem ersten Robotaxianbieter zu tun haben, der bereits seit Jahren erfolgreich einen kommerziellen, fahrerlosen Robotaxidienst betreibt, während sie selbst kaum Erfahrung damit haben und Kriterien- und Prüfkataloge erstellen müssen, die die Abnahme und Genehmigung ermöglicht.
Ähnlich wie schon bei der Errichtung der Tesla-Fabrik in Berlin-Grünheide ist die Aufnahme eines Robotaxidienstes von Waymo in der Öffentlichkeit und Politik sehr sichtbar. Auch haben sowohl Tesla mit der Fabrik in Schanghai und Waymo mit den Robotaxibetrieben in den USA gezeigt, dass ein sehr enger Zeitraum für die Errichtung und Inbetriebnahme möglich ist, wie auch der Betrieb selbst Stand der Technik ist. Die Schuld für jede Verzögerung wird damit von der Öffentlichkeit und Politik nicht Waymo (oder Tesla) in die Schuhe geschoben, sondern den Behörden, und damit als Widerspiegelung für die Fähigkeit zur Innovations- und Unternehmerkraft des gesamten Landes interpretiert.
3. Technische Vorbereitung
Waymo kann nach Bereitstellung der physischen Präsenz und rechtlichen Rahmenbedingungen mit dem Testfahrten beginnen. Dabei werden einerseits hochpräzise Navigationskarten einer Region mit den Robotaxis erstellt, andererseits Anpassungen zu landes- und regionsspezifischen Verkehrsverhältnissen gemacht. Das betrifft neben Verkehrszeichen, Tempolimits, Halte- und Parkzonen, den Straßenverhältnissen von historisch gewachsenen Städten und Regionen, dem typischen Wetter, einer möglichen Integration in den ÖPNV auch dem landestypischen Verkehrsverhalten menschlicher Teilnehmer.
4. Öffentlichkeitsarbeit
Zusätzlich muss ein Robotaxihersteller das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Die Skepsis der örtliche Bevölkerung dreht sich dabei um die Sicherheit der Technologie, die Angst vor Jobverlusten in der Taxibranche, mögliche Einschränkungen und Behinderung im Verkehr und bei Parkplätzen, aber auch die Aversion gegen die hinter den Technologien stehenden milliardenschweren Unternehmen und Eigentümer.
Waymo hat exemplarisch vorgeführt, wie die Öffentlichkeit den Betrieb eines Robotaxidienstes unterstützen kann. 83 Organisationen, vom Blindenverband, Mütter gegen betrunkenes Fahren, Handelskammer, Kinderschutzorganisationen bis hin zu Fahrradclubs brachten unterstützende Anträge beim Genehmigungsverfahren im März 2024 für Kalifornien ein.
Waymo lädt immer wieder zu öffentlichen Veranstaltungen ein, wo nicht nur ein Fahrzeug aus der Nähe betrachtet und probehalber gefahren werden kann, es werden auch Fragen zur Technologie, der Sicherheit, den Hintergründen und Motivation zur Technologie, wie auch was Benutzer, die Öffentlichkeit und auch Einsatzkräfte erwarten können.



