Das Problem war real und stank zum Himmel: Pferdemist auf den Straßen der Großstädte. 1898 tagte in New York die erste internationale Stadtplaner-Konferenz. Das Thema Nummer eins: täglich rund 1.200 Tonnen Pferdemist allein in New York. Drei Tage lang wurde heftig diskutiert – dann brachen die Teilnehmer frustriert ab. Niemand hatte eine Lösung.
Es gab bereits 1898 Autos, aber sie waren viel zu teuer, um das Pferd als Massentransportmittel zu ersetzen. Erst der Ford T machte das Automobil für die breite Masse erschwinglich und löste das Pferdemist-Problem fast nebenbei.
Energiewende und Klimawandel
Heute stinken unsere Probleme weit mehr zum Himmel. Seit 1992 gibt es Klimakonferenzen – mit genau dem gleichen Ergebnis wie 1898 bei der Pferdemist-Krise: viel Diskussion, keine wirkliche Lösung.
Das geleugnete Mengen- und Kostenproblem der Energiewende:
„Hurra! Von 12 bis 14:30 Uhr lief ganz Deutschland fast nur mit Solarstrom!“ Mit solchen Meldungen wird das Kernproblem geschickt verschleiert.
Der Vergleich ist einfach: Ein Pferdeapfel wird als Dünger manchmal für 20 Cent pro kg verkauft. Ein normaler Apfel kostet 2 Euro pro kg. Manchmal muss der Pferdebesitzer sogar für die Entsorgung zahlen – negative Preise, genau wie am Spotmarkt für Strom.
Ähnlich sieht es bei der Preisrelation zwischen Flatterstrom und echtem 24×365-Strom aus.
In Österreich erzeugt 1.000 kWp Photovoltaik etwa 1 GWh Flatterstrom pro Jahr. Für zuverlässigen 24-Strom braucht man schon 1.000 kWp PV plus 3.000 kWh Akkus.
Und jetzt kommt der ganz große Hammer: Für echten 24×365-Strom (inklusive Dunkelflaute und Saisonalität) sind wegen der enormen Umwandlungsverluste etwa 2.000 kWp Photovoltaik, 6.000 kWh Akkus, anteilig 250 kW Power-to-Methanol/Methan und anteilig 125 kW GuD-Kraftwerk nötig.
Das Kostenverhältnis liegt bei etwa 1:5. 24×365-Strom ist rund fünfmal teurer als reiner Flatterstrom.
Und das ist nur der Anfang. Strom deckt heute nur einen Teil unseres Energiebedarfs. Wenn wir alles elektrifizieren – E-Autos statt Verbrenner, Wärmepumpen statt Öl- und Gasheizung, energieintensive Industrie auf Strom umstellen – verdoppelt sich der Strombedarf mindestens.
Der über-drüber-Hammer: „Netto-Null-Emission und alles wird wieder gut“ ist ein unwissenschaftliches Märchen. Wir werden CO₂ aktiv aus der Atmosphäre filtern und zu Kohlenstoff und Sauerstoff recyceln müssen, bis wir wieder bei sicheren 350 ppm sind.
GEMINI next Generation – die Lösung für ein lange ignoriertes Problem
Wir brauchen Wohnraum und wir brauchen Energie. Beides intelligent auf derselben Fläche zu kombinieren, ermöglicht massive Kostenoptimierung, weniger Flächenverbrauch und deutlich weniger Materialeinsatz. Genau das ist der entscheidende Beitrag zur Lösung des Problems.
Wie macht man ein Eigenheim billiger als eine Mietwohnung? Indem der Stromverkauf am Spotmarkt die Hälfte der Finanzierungskosten übernimmt.
Wie versorgt man eine Fabrik in einem Entwicklungsland zuverlässig und günstig mit Strom? Indem man gleich daneben eine energieoptimierte Arbeiter-Wohnsiedlung nach dem GEMINI-Prinzip baut.
Fazit:
Das Auto hat das Pferdemist-Problem nicht durch bessere Mist-Entsorgung gelöst, sondern durch Disruption.
Die Energiewende wird das Mengen- und Kostenproblem nicht durch Fortführung konventioneller Methoden, Freifeldanlagen und dem sehr materialintensiven konventionellen Wohnbau lösen, sondern durch eine neue Bau- und Lebensweise: GEMINI next Generation.


