Kommentar von Roland Mösl

KOMMENTAR –Warum das Klima für echte Innovation im deutschsprachigen Raum so schlecht ist.

Hat die zu geringe Forschungsquote die deutsche Solarindustrie zu Fall gebracht? Foto: eb

Wenn jemand behauptet, das Klima für innovative Projekte im deutschen Sprachraum sei „extrem schlecht“, könnte man schnell erwidern: „Dann ist deine Idee vielleicht einfach nicht gut genug.“ Doch die Realität zeigt ein systematisches Muster – anhand historischer Beispiele lässt sich das klar belegen.

2004: Die deutsche PV-Industrie am Scheideweg – und die falsche Wahl

Mit dem EEG kam 2004 der große Durchbruch: 57,4 Cent/kWh Einspeisevergütung für 20 Jahre – mehr als das Zehnfache des damaligen Marktpreises. Eine Herkules-Aufgabe stand an:

Entweder massiv in Forschung investieren, um die Kosten von ca. 4.000 €/kWp auf unter 100 €/kWp zu senken – und parallel Lithium-Akkus von 2.000 €/kWh auf 100 €/kWh bringen, um Solarstrom rund um die Uhr nutzbar zu machen.

Oder: So schnell wie möglich teure Module produzieren, um den Subventions-Boom abzuschöpfen, bevor die Politik umschwenkt.

Die Bilanzen sprechen eine klare Sprache:

Die deutschen Hersteller gaben nur 0,7 % ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Sie wählten den schnellen Exit – und wurden später nicht primär vom „billigen chinesischen Arbeiter“ überholt, sondern vom eigenen Management stranguliert.

Chinesische Konkurrenten investierten 2011–2020 4–8 % in F&E, ergänzt durch starke Universitäten. Ergebnis: Die deutsche PV-Industrie verschwand weitgehend vom Markt.

Österreichs drei Spezialitäten zur Vernichtung von Start-up-AGs

Eine AG mit 49 Aktionären und 79.500 € Stammkapital in Österreich zu gründen? EU-weit einzigartige Kostenhämmer:

3.500 € Mindest-Körperschaftsteuer – jedes Jahr.
6.000 €+ für den Wirtschaftsprüfer, der 150 Zeilen Buchhaltung prüft.
6.000 €+ Notarkosten für (Online-)Hauptversammlungen, die HV 2024 lag bei 5.002,74 €.
Vergleich Nachbarländer: Selbst die Schweiz ist günstiger.

Am attraktivsten: Ungarn.

- Keine Mindest-Körperschaftsteuer
- Wirtschaftsprüfer erst ab ca. 1,6 Mio. € Umsatz – und deutlich billiger durch echten Wettbewerb.
- Hauptversammlungen nur notariats-pflichtig bei Statutenänderung (viele Statuten umgehen das geschickt).

Kein Wunder, dass Ungarn zum Zentrum der europäischen Batterieindustrie wird. 2025/2026 produzieren dort Fabriken (u. a. CATL in Debrecen ab Frühjahr 2026) 80–100 GWh pro Jahr – bei nur 9,7 Mio. Einwohnern. Deutschland (9-fach bevölkerungsreicher) schafft gerade mal 50–70 GWh.

Hier einige weitere Unterlagen zum geplanten Gemini-Haus:

Pitch-Dokument: https://gemini-next-generation.haus/2025/gemini-next-generation-pitch.pdf
Energieoptimierte Siedlungen: https://weltweiterwohlstand.org/2024/energieoptimierte-siedlungen.htm
Aktionäre & Status: https://aktien.gemini-next-generation.haus/sind/
Mitmachen: https://aktien.gemini-next-generation.haus/sei/mitmachen.htm

Die Energiewende braucht nicht mehr Subventionen für alte Denkmuster – sie braucht mutige, gemeinwohlorientierte Innovation. Wer macht mit?

Roland Mösl

Roland Mösl Roland Mösl

Roland Mösl ist der Gründer von Planetary Engineering Group Earth, der Internetplattform PEGE. Darin informiert er seit 1991 über wichtige Dinge bezüglich unserer Zukunft. Er widmet sein Leben neuen Konzepten und Erfindungen, um die Menschheit ins Zeitalter der Sonnenenergie zu führen. Wohnt in Salzburg.
Sein neuestes „Gemini-Haus“ wird hier beschrieben: www.GEMINI-next-Generation.Haus