Mit dem Konzept Sustainable Hall Conditioning (SHC) verfolgt INFRANORM® seit Jahren den Weg, Industriehallen klimafit zu machen. SHC vereint Technologien, die den Energieverbrauch drastisch senken, auf Kältemittel verzichten und gleichzeitig für gesunde Arbeitsbedingungen sorgen.
Zwei Masterarbeiten bestätigen nun wissenschaftlich, dass dieser Ansatz sowohl in der Theorie als auch in der Praxis trägt. Gemeinsam bilden sie eine Forschungsreihe, die den Weg von der Grundlagendefinition bis zur technologischen Umsetzung nachzeichnet.
Die beiden Masterarbeiten wurden im Rahmen des Studiums an der Fachhochschule Oberösterreich in enger Kooperation mit der INFRANORM® Technologie GmbH durchgeführt.
Konzeptionelle Grundlagen: Masterarbeit von Peter Altmann
In seiner Diplomarbeit beschäftigte sich Peter Altmann mit dem Thema „Einfluss des Klimawandels auf den Heiz- und Kühlenergiebedarf von Industriehallen“. Anhand von Gebäudesimulationen untersuchte er, wie sich verschiedene Klimaszenarien bis 2050 auf den Energiebedarf auswirken – sowohl bei Alt- als auch bei Neubauten.
Zentrale Ergebnisse:
• Heizenergiebedarf: Steigende Außentemperaturen führen in allen Szenarien zu einem deutlichen Rückgang des Heizenergiebedarfs. Besonders in gut gedämmten Neubauten ist bis 2050 mit erheblichen Einsparungen zu rechnen.
• Kühlenergiebedarf: Gleichzeitig nimmt der Kühlenergiebedarf deutlich zu – Alt- und Neubauten sind gleichermaßen betroffen. Damit rückt die Kühlung von Industriehallen in den Fokus zukünftiger Planungen.
• Nachtlüftung: Mechanische Nachtlüftung kann den Kühlbedarf senken und gilt als einfache, energieeffiziente Maßnahme, reicht jedoch allein nicht aus, um künftige Anforderungen zu erfüllen.
• Planungsempfehlungen: Altmann empfiehlt eine klimaadaptive Planung. Auch bestehende Gebäude sollten frühzeitig angepasst werden – etwa durch zweistufige adiabate Kühlung als nachhaltige, wirtschaftliche Lösung für Neu- und Bestandsbauten.
Altmanns Arbeit macht deutlich: Der Klimawandel verändert das Verhältnis von Heiz- zu Kühlenergiebedarf grundlegend – künftig wird die Kühlung zur zentralen Herausforderung.
Abstract: https://pure.fh-ooe.at/de/studentTheses/einfluss-des-klimawandels-auf-den-heiz-und-k%C3%BChlenergiebedarf-von-/)
„Passive Maßnahmen wie Nachtlüftung sind essenziell“
So fasst FH-Prof. Arch. DI Dr. Herbert Leindecker zusammen: „Die Gebäudesimulation zeigt eindrucksvoll, wie der Klimawandel den Heiz- und Kühlbedarf von Industriehallen beeinflusst. Passive Maßnahmen wie Nachtlüftung sind essenziell – aktive Maßnahmen müssen ökonomisch, ökologisch und projektspezifisch sinnvoll eingesetzt werden.“
Technologische Vertiefung: Masterarbeit von Yannick Dambaur
Auf dieser Grundlage setzt die Masterarbeit von Yannick Dambaur auf. Er widmete sich der zweistufigen adiabaten Kühlung als Schlüsseltechnologie innerhalb des SHC-Ansatzes und analysierte sie auf Basis einer Lebenszyklusanalyse, die ökologische und ökonomische Faktoren berücksichtigt.
Abstract: https://pure.fh-ooe.at/de/studentTheses/nachhaltigkeitsanalyse-einer-zweistufig-adiabaten-k%C3%BChlung/
Kernaussagen:
• Ökologische Vorteile: Die zweistufig adiabate Kühlung verzichtet vollständig auf Kältemittel und energieintensive Kompressoren. Je nach Standort kann der Stromverbrauch um bis zu 70 % gesenkt und mehrere Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
• Ökonomische Effizienz: Neben den Energiekosten sinken auch die laufenden Betriebskosten.
• Standortabhängigkeit: In trockenen Regionen – etwa in Südeuropa – ist diese Technologie besonders effizient. Hybridlösungen mit kleiner Kompressionskältemaschine können zusätzliche Betriebssicherheit bieten.
„Bei den Berechnungsergebnissen fiel uns auf, dass sich das Konzept der zweistufigen adiabaten Kühlung gerade für Industriestandorte in Mitteleuropa besonders gut geeignet hat und die ausreichende Kühlwirkung anhand von echten Wetterdaten nachgewiesen werden konnte,“ so FH-Prof. DI Dr. Albert Angerbauer, der die Arbeit des Anlagenbau-Studenten an der FH Oberösterreich betreute.
Best Practice: Ausgezeichnete Umsetzung in der Industrie
Wie erfolgreich sich das Konzept Sustainable Hall Conditioning (SHC) in der Praxis bewährt, zeigt ein Projekt bei ENGEL Austria GmbH – ausgezeichnet mit dem Energy Globe Award Oberösterreich.
Im Zuge der Umsetzung konnte auf eine bestehende 415 kW-Kältemaschine vollständig verzichtet werden. Stattdessen kommt eine zweistufige adiabate Kühlung zum Einsatz, die jährlich rund 128 MWh Energie einspart und etwa 33 Tonnen CO2 vermeidet.
Das Ergebnis: Ein angenehmes Raumklima über das gesamte Jahr bei gleichzeitig deutlicher Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen.
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