Energieautarkes Wohnhaus der TU Wien wird bei internationalem Wettbewerb in Kalifornien ausgestellt und zehn Tage lang auf Alltagstauglichkeit getestet.
Solarstrom aus der Wüste wird für Bosch und Siemens zum heißen Eisen. Foto: ABB


Seit 2002 findet der Solar Declathon biennal in Kalifornien statt. Aus 130 Bewerbern werden 20 Teams ausgewählt und eingeladen das jeweilige Projekt vorzustellen. Wie bei einem Zehnkampf (engl. Declathon), werden die Häuser dann in zehn Disziplinen von einer Expertenjury bewertet. Das besondere an dem Wettbewerb ist, dass die Häuser in dieser Zeit bewohnt und somit gleichzeitig auf die Alltagstauglichkeit geprüft werden.

Mit dem Hightech-Plusenergie-Haus L.I.S.I („Living Inspired by Sustainable Innovation“) hat sich das Team der TU Wien als eine von zwei europäischen Universitäten für den Solar Declathon 2013 qualifiziert. Drei Semester lang dauerte die Planung und Entwicklung des Projektes. In Absprache mit Statikern, Bauphysikern oder Fachfirmen wurden dann die besten Ideen in dem energieautarken Gebäudekonzept aufgenommen. Nächsten Herbst ist es dann soweit: Die vielen Pläne und Gedanken werden in die Tat umgesetzt, wenn das Haus für den Wettbewerb und die Test-Bewohner in Kalifornien aufgebaut wird.

L.I.S.I. funktioniert mit wenigen Adaptionen quer durch alle Klimazonen und Jahreszeiten. Die Gebäudehülle, eine ausgefeilte Holzkonstruktion mit textiler Außenfassade, wird mit Aktiv-Solar-Elementen ausgestattet. Außerdem werden komplexe Heiz- und Kühlsysteme eingebaut, die sich flexibel an die Klimabedingungen anpassen. Mit Hinblick auf den steigendem Bedarf nach kompaktem und energieeffizientem Wohnraum im (Rand-)Stadtgebiet, wird das energieautarke Gebäude einen eigenen Innenhof haben. Dieser dient als Außenbereich. Gleichzeitig werden die deckenhohen Fenster aber auch für ausreichend Tageslicht in den ringsum anliegenden Räumen sorgen. Um die Steuerung dieser und weiterer integrierter Technik, so einfach und flexibel wie möglich zu gestalten, erhalten die Bewohner in interaktives Benutzerhandbuch, welches unter anderem audiovisuelle Szenarien zeigt, um aufzuzeigen wie sie die Energieströme des Hofhauses optimal nutzen lassen.

„Solar Declathon ist eine Chance, Österreich international als konkurrenzfähiges Land bei einer der größten Herausforderungen unserer Zeit zu positionieren“, sagt Projektverantwortliche Karin Stieldorf, Arbeitsgruppe für Nachhaltiges Bauen am Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien. Außerdem ist es eine einmalige Chance für die Studenten, das Projekt real umzusetzen und sich international zu messen.

Energie Bau wünscht der TU Wien alles Gute und viel Erfolg beim Solar Declathon 2013.

Weitere Informationen:
Team Austria: www.solardeclathon.at
Solar Declathon 2013: www.solardeclathon.gov

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