Viele Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren Energie-Gemeinschaften werden gerade erst formuliert. 

Der Vorstand von links nach rechts: Gunter Hiermann, Martina Maringer und Peter Lauppert. Foto: e-gemeinschaft

Die Situation der in Österreich nunmehr erlaubten Erneuerbaren Energie-Gemeinschaften (EEG) kann man als unübersichtlich bezeichnen. Ein Beispiel ist der Verein „e-Gemeinschaft.at“, der in Gänserndorf nun eine EEG angemeldet hat: Ein Euro pro Monat verlang der Verein „e-Gemeinschaft.at“ von seinen Mitgliedern für das Organisieren und Abrechnen. Da gehört ein wenig Idealismus dazu, denn seit Monaten müssen sich die interessierten Erneuerbaren Energie-Gemeinschaften durch die Gesetze und Verordnungen wühlen, um ihr Projekt voranzubringen. Wer welche (ökonomischen) Vorteile hat, ist noch nicht klar – was sich auf Kalkulation und Ergebnis auswirkt.

Es holpert noch gewaltig
Das fängt schon mit der ernüchternden Erkenntnis an, dass derzeit nur ein Erzeuger und mehrere Verbraucher teilnehmen dürfen – entgegen der ursprünglichen Ankündigung, die Netzbetreiber haben sich wohl quergelegt. Man habe nicht genügend Vorlaufzeit für die komplexe Materia. Damit starten alle nur in einem Torso. Doch immerhin (erst) seit dem 4.10.2021 kann man sich auf der betreffenden Website registrieren lassen, wie Peter Lauppert, Vorstand der EEG Gänserndorf berichtet – er hat sich mit seinem neuen Verein die Nummer 1 auf der Website gesichert.

Zu komplex und undurchsichtig
„Klimaschutz muss einfacher werden“, fordert er – und weiß, wovon er spricht. Derzeit ist der Weg zu einer EEG ein noch sehr steiniger, denn viele lokale Netzbetreiber sind auf das neue Gesetz gar nicht oder nur schlecht vorbereitet. So sind die notwendigen Smart-Meter zur Abrechnung derzeit noch nicht installiert. Von 2 - 6 Monaten reicht die Frist, die bis zur Abrechnungslogik verstreichen dürfte.

Die EEG als Phantom?
„Nein, wir sind mit 5 Leuten gestartet um die Prozesse zu üben“, sagt Lauppert, der aus dem Telecom-IT-Geschäft Erfahrungen aus dem Micro-Billing mitbringt. Der gemeinnützige Verein übernimmt alle Formalitäten bis hin zur Verrechnung. Teilnehmen können einerseits Personen, die Strom produzieren – etwa über ihre Photovoltaik-Anlage – und diesen verkaufen möchten, und andererseits jene, die sauberen Strom beziehen möchten.

Die Rechnung wie es auf der Website nachvollzogen wird:
Mit nur 1 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat können Interessierte den Strom verkaufen bzw. direkt vom Nachbarn kaufen und dabei bis zu 5ct pro kWh sparen. Denn Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften profitieren von niedrigeren Netzgebühren und Steuerbegünstigungen. „Wir laden alle ein, an dieser Pionierarbeit teilzunehmen und die Energiewende aktiv mitzugestalten“, schließt Vorständin von „e-Gemeinschaft.at“, Dr. Martina Maringer, ab.

Die Teilnahme, die aus ganz Österreich möglich ist, erfolgt über das Webportal: https://e-gemeinschaft.at/.

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Kommentar der Redaktion:

Die Berechnung erscheint uns teilweise problematisch: Die Elektrizitätsabgabe beträgt 1,5 Cent - nicht 2 Cent und die Netzkosten pauschal um 1 Cent zu vermindern ist auch nicht nachvollziehbar. Auch wenn man lokal/regional ignoriert ändert das nichts daran, dass die Netzkostenersparnis, die irgendwo zwischen 30 und 60 % liegen soll, bis heute von der Behörde nicht festgesetzt ist.

Jedenfalls sollten sich Interessenten alle Berechnungen der verscheidenen Anbieter genau ansehen, bevor sie sich anmelden. Die Betreiber schießen derzeit überall aus dem Boden – obwohl viele Bedingungen noch unklar sind. Sicher ist das Vorhaben, eine EEG zu begründen, löblich. Manches klärt sich aber erst in diesen kommenden Monaten.

Unser Hinweis: Es gibt auf der Homepage der Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften einen eigenen Benefitrechner: https://energiegemeinschaften.gv.at/benefit-tool/
Auch der macht kein Garantie-Versprechen und die Werte sind nur Näherungsangaben, er bringt aber einen guten Überblick.

Ansonsten halten Sie sich hier auf dem Laufenden: http://www.energiegemeinschaft.at

 

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