Das ungarische Start-Up Platio Solar hat seine Photovoltaik-Pflaster weiterentwickelt und stattete bereits mehrere Objekte aus.

Nur nachts geben die Solar-Pflastersteine genauso wenig Strom wie das Beton-Pflaster. Foto: Patio_solar

Zwar geben die Bodensteine etwas weniger Strom als Dach-Module, aber jedenfalls deutlich mehr als herkömmliche Pflaster. Die „Legosteine“ für erwachsene Energiefreunde können ziemlich leicht verlegt werden, sehen, je nach Geschmacksrichtung in blau oder schwarz reichlich modern aus – und scheinen nun auf ein wachsendes Interesse in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Schweden und sogar den USA zu treffen. Jedenfalls vermeldet das die in Budapest ansässige Firma (mit 10 Mitarbeitern).

Platio Solar PavementFlexibilität als USP
“Wir haben ein Maß an Flexibilität von Photovoltaik-Anlagen erreicht, dass früher undenkbar war. Auch wenn das Dach eines Gebäudes nicht dafür geeignet ist, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, lassen sich unsere modularen Solarzellen auf Ersatzflächen, wie z.B. auf Garagen-Zufahrten installieren, oder sogar in eine smarte, sogenannte i-Bank einbauen” – sagt Miklós Ilyés, Mitbegründer und Landschaftsarchitekt.

10 Tonnen pro Quadratmeter
Laut Hersteller sind die Solarzellen von Platio in gehärtete und rutschfeste Glasfliesen integriert, die die Zellen schützen und eine lange Lebensdauer der Lauffläche gewährleisten. Die Deckschicht kann demnach 10 Tonnen pro Quadratmeter sicher tragen, was es dem Solarpflaster ermöglicht, die Last von gelegentlich überquerenden Fahrzeugen zu tragen.

Wie rutschig sind die Fließen?
Was gut aussieht, könnte aber auch rutschig wie Bananenschalen sein. Nein, sagt der Hersteller: Die Textur der Glasoberfläche verhindere ein Rutschen auch bei Nässe und sorge dafür, dass die Strahlung gleichmäßig die Zellen erreicht. Die Platio Glasfliesen sind nach DIN geprüft. Die Rutschhemmung wurde innerhalb der DIN 51130 klassifiziert. Gemäß dieser Klassifizierung werden die Glasfliesen von Platio mit R10 bewertet, was bedeutet, dass der Schlupfgrad und die Reibung normal sind. Diese Art von Fliesen wird für nasse Außenbedingungen wie z.B. Gehwege, Fußgängerzonen oder Gebäudeeingänge empfohlen.

180 Platten, 3,8 kWp, 12.000 Euro
Im einschlägigen Fachhandel kosten die Fließen zwischen 50 und 90 Euro netto pro Platte, je nach Ausführung. Die 34 x 34 Zentimeter großen Glassteine, die auf einem Sockel aus recycliertem Kunststoff sitzen, geben rund 20 Watt-Peak an Leitung her, für 1 kWp sind somit 50 Platten notwendig. Beispielrechnung: für 180 Platten sind rund 12.000 Euro netto zu bezahlen, dafür bekommt man eine Leistung von rund 3,8 kWp.

Leichte Verlegung
Das Solarpflaster wird fast wie normale Pflastersteine verlegt. Zuerst werden die Basisteile aus recyceltem Kunststoff eingebettet und dann die Platio Solarpflaster diebstahlsicher eingeklickt. Durch ein  Stecksystem werden die Platten untereinander verkabelt. Anschließend werden, wie bei jeder anderen PV-Anlage, die Platio PV-Platten an den Wechselrichter angeschlossen.

In 16 Ländern aktiv
Platio wurde 2015 in Ungarn gegründet, heute ist das Unternehmen in 16 Ländern mit 12 Wiederverkäufern präsent, mit Schlüsselmärkten in Deutschland, Spanien, Italien und den USA.Weitere Informationen finden Sie unter www.platiosolar.com , www.facebook.com/platiopavings und www.instagram.com/PlatioPavings/ .

(hst)

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