Kommentar von Wolfgang Löser
Landwirt & „Energierebell“

KOMMENTAR: Die größten Potentiale liegen in der PV und der Windenergie, die Biomasse dient vorrangig als wertvoller Energiespeicher.

us, vorbei: Zentrale Kraftwerke werden geschliffen (hier das Kohlekraftwerk Voitsberg), dezentrale Energieversorger entstehen. Foto: Porr

„Gas ist eine essentielle Säule einer nachhaltigen Energiewende“, gibt der Leobener Professor Raupenstrauch zu bedenken: Denn mit einer Strategie, die vor allem auf Ökostrom setzt, könnten weder die Klimaziele erreicht noch der Industriestandort Österreich am Laufen gehalten werden. Dafür braucht es erneuerbares, klimaneutrales Gas. Die Studie, die neulich die Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) publizierte, trug den Titel „Energiewende ist mehr als eine reine Stromwende".

Der Titel zum Thema ist richtig, nur völlig falsch interpretiert im Sinne einer solaren Bürger-Energiewende. Es bestätigt das fossile Denkmuster, das noch immer dahinter steckt und keine Lösung für eine rasche Energiewende bringt. Diese benötigt keine Großspeicher und kein Verteilsystem mit enormen Umwandlungsverlusten. Das Aufkommen der Energie bestimmt alles. Sonnenenergie ist für jeden Menschen auf der Welt, dezentral direkt vor Ort im Überfluss verfügbar, und soll auch dort erzeugt werden wo sie genutzt wird. Ein eventueller Energie-Überfluss kann sofort verwendet werden, um auf Vorrat zu heizen, zu kühlen, zu produzieren, zu recyceln und benötigt im wesentlich keine Speicher, schon gar nicht Großspeicher.

Als beste, effizienteste, sicherste Saison-, Ausgleichs- und Regel-Energie eignet sich die Biomasse aus Rest-und Abfallstoffen, mit der höchsten Energiedichte und effizientesten Umwandlung in Strom und Wärme.

Die Energiewende ist eine komplette Systemwende vom zentralen System zum dezentralen System. Ein Weiterwursteln im zentralen System verteuert die Energiewende immens. Dagegen stehen die Vorteile des dezentralen Systems:

Die Strukturen dazu sind:

  • Plusenergiegebäude,
  • energieautarke Bauernhöfe,
  • energieautarke Betriebe und die
  • Energieautarke Gemeinde.

Das Ganze mit einem Energiemix aus Solar, Wind, Wasserkraft und der Biomasse.

Die größten Potentiale liegen in der PV und Windenergie, die Biomasse dient vorrangig als wertvoller Energiespeicher
Zum saisonalen Ausgleich wie auch als Regelenergie eignet sich die Wärme-Kraft-Kopplung, die mit fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse auch aus biogenen Rest-und Abfallstoffen, dezentral vor Ort betrieben wird.

Dazu kommen das E-Auto als dem größten Energiespeicher V2grid und stationäre Batteriespeicher (aus E-Autos in ihrem 2. Leben) vor Ort zur dezentralen Netzstabilisierung.

Wolfgang Löser

 

Wolfgang Löser

Wolfgang Löser

Landwirt & „Energierebell“

betreibt seinen Bauernhof in NÖ seit 16 Jahren zu 100 % aus Sonnenenergie und ohne fossile/atomare Energieimporte.

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