Die Direktheizungen mit elektrischem Strom haben viele Gegner mit starken Argumenten. Trotzdem setzen sie sich immer mehr durch. Wir baten easyTherm-Geschäftsführer Günther Hraby, Hersteller von Infrarot-Heizungen, zum Interview.

Günther Hraby (links) im Gespräch mit Herbert Starmühler (energie-bau.com)

Elektro-Radiatoren, Heizstrahler, Wandheizungen, Wärmepumpen – immer mehr Heizungen funktionieren mit elektrischer Energie. Eben auch Infrarotheizungen. Doch diese Direktheizungen mussten und müssen sich gegen scheinbar übermächtige Konkurrenz durchsetzen. Das „Verheizen“ von elektrischem Strom sei unsinnig, weil man ja den Strom erst mühsam erzeugt hätte und derselbe daher zu „wertvoll“. Man nehme Pellets, sagen die Pelletserzeuger, oder Scheitholz. Und die Erdgasfraktion schwört auf die unkomplizierte Gasheizung. In letzter Zeit wird meistens von „Brückentechnologie“ gesprochen: Denn auch das fossile Erdgas ist ein Klimaproblemfall, wenn auch etwas weniger stark wie Heizöl, dem es derzeit an die Pumpe geht. Stichwort „Raus aus dem Öl“-Bonus.

Mit der immer einfacheren Herstellung von Strom mittels (hauseigener) Photovoltaik gewinnt die Direktheizung an Zulauf, vor allem die Wärmepumpen sind derzeit im Neubau auf dem Siegeszug. Während aber Wärmepumpen aus einem Teil Strom drei oder vier Teile Wärme erzeugen können, sieht das Verhältnis bei Widerstandsheizungen wie Wandheiz-Matten oder elektrischen Fußbodenheizungen für viele nicht so überzeugend aus. „Falsch!“ sagt Günther Hraby von easytherm, denn man müsse das ganze System betrachten und zwar über die ganze Laufzeit. Aber sehen Sie selbst.

(hst)

 

 

 

 

Kommentare  

#5 Rudolf Danninger 2020-06-24 11:49
Wir haben zuwenig Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Daher ist dieser Strom viel zu wertvoll, um ihn zu verheizen. Zum Heizen gibt es ökologisch verträglichere Alternativen.
#4 Michael K. 2020-06-16 10:29
Es ist schon sehr interessant, dass die Atomkraftkeule immer wieder rausgeholt wird. In Österreich DARF lt. einem Gesetz kein Atomstrom verwendet werden. Wir haben sogar eine eigne Behörde für die Überwachung jeder einzelnen Kilowattstunde in Österreich. (ECONTROL) Bei der Wärmepumpe, welche die gleichen Verbrauchswerte wie das beschriebene Heizungssystem hat, ist der Strom egal...dort wird frisch und fröhlich die elektrische Energiewende propagiert.... Zu kalten Wintertagen und Winterstrom: Zeigen Sie mir einen Energieträger der an einem schönen Wintertag zum Teil selbst erzeugt werden kann? Da ist Strom die einzige Möglichkeit dies zu tun.
#3 Rudolf Danninger 2020-06-15 10:16
Betreff österreichische r Strommix: Es ist so, dass wir vor allem im Winter keinen Strom, der aus Erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird, übrig haben. Der für eine neue Infrarotheizung benötigte Strom kommt daher praktisch ausschließlich von Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken !
#2 Susanne Maier 2020-06-12 06:01
Das ist keine ideologische Frage und keine Verschwörungsth eorie, das ist Physik (siehe im Lehrbuch unter Exergie).
Daher: "lernen Sie Physik" und übrigens, an einem kalten trüben Wintertag wünsche ich alles Gute, wenn Sie mit der PV-Anlage Ihre Elektroheizung betreiben wollen
#1 Georg Benke 2020-06-11 20:54
Ist es möglich, die Studien (Mehrzahl!!), die in der Zeit 5:04 des Video erwähnt werden und angeblich eine Energieeinsparu ng von bis zu 70% ausweisen, namentlich angeführt werden.

Und an den Interviewer: Stromheizungen haben das Problem, dass der Strom in der Zeit erzeugt werden muss und hier ist es gerade im Winter eher eng bzw. noch lange mit einem hohen fossilen Anteil zu rechnen.

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