Jede Katastrophe hat irgendwo auch sein Gutes. Die Massen-Einschulung in die Tele-Arbeitsweisen zeigt Wirkung: Betriebe entdecken homeworking als Geschäftsmodell.

home-work
Glücklich, wer in seiner Wohnung auch einen eigenen Arbeitsraum finden kann. Foto: pixabay.com

Die Baubranchen sind in Mitleidenschaft gezogen, die Energie-Dienstleiter moch mehr und wer im Eventbereich tätig war, kann das Jahr 2020 überhaupt vergessen. Falls das möglich ist. Als Ersatz haben in ganz Europa, ja weltweit hunderte Millionen Menschen hinter ihren Comutern daheim Platz genommen, um sich mit Verwandten, Bekannten oder Vorgesetzten zu treffen. Virtuell. Via Video. Ein weltweiter Crashkurs.

Teams und Slack und ...
Das bringt vielen große Probleme, weil die Arbeitsorganisation (zum Beispiel mit Kindern) sehr schwierig sein kann. Aber der Crashkurs hat auch sein Gutes. Nicht nur für Anbieter der einschlägigen Software, die von Verdoppelung bis Verzwölffachung der Nachfrage und des Umsatzes sprechen. Waren das bisher hidden Champions, so kommen deren Namen nun Pensionistinnen, Hausmännern oder Ein-Personen-Unternehmer*Innen ganz locker über die Lippen: Slack, Team-Viewer, Teams, zoom, hangout, whereby oder Skype und wie all die anderen Tools heißen, die für die Meetings über Datenleitung nützlich sind.

Viele Branchen werden umdenken
Auch die meisten anderen Branchen entdecken die Chancen: „Ich glaube, das ist und bleibt ein absoluter Trend“ sagt Robert Frischer, Geschäftsführer des Fertighaus-Erzeugers Haas im steirischen Großwilfersdorf. Er selbst hat mit seinem Team gerade viel gelernt, wie man mit der Technik umgehen kann und muss, welche Einwände es gibt und welche Vorteile. Frischer: „Diese modernen Arbeitsformen werden teilweise auch nach der Corona-Krise bestehen bleiben. Und wir müssen und werden uns auch betrieblich damit befassen“.

Arbeiten in der Wohnung
Denn es ist klar, dass das Wohnen nunmehr um den Bereich Arbeit erweitert gedacht werden muss. Frischer: „Unsere Wohnungen und Häuser müssen diesen Aspekt in Zukunft berücksichtigen. Wer das begreift, wird auch die besseren Lösungen anbieten können“. Das begänne bei der Raumkonzeption, den Anschlüssen, den Lichtverhältnissen für ein oder zwei Heimarbeitsplätze.

Somit sind die wesentlichen Elemente (und Geschäftsfelder) umrissen:

  • Arbeitsraum: Die Lage, die Belüftungsmöglichkeit, die Temperierung beeinflussen maßgeblich die Behaglichkeit im Home-Office.
  • Lichtstärke und Lichteinfall: In Zukunft wird ein attraktives Erscheinungsbild auf dem Screen der Gesprächspartner eine Rolle spielen. Wer als schattiger Umriss auftaucht, hat weniger gute Karten, als jemand der adrett über den Bildschirm kommt. Und je günstiger (und heller) das Licht, umso schärfer können die kleinen Kameras in den Labtops den oder die Nutzer*in abbilden.
  • Raumausstattung, Spiegelungen: Wie im TV-Studio müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn in Brillengläsern die Lampen lustig blitzen, so fällt das einem selbst oft nicht auf – aber den virtuellen Gegenübern. Arbeitszimmer müssen diese Aspekte in der Raum-Nutzungsmöglichkeit und in der Materialwahl berücksichtigen.
  • Technisches Equipment: Derzeit sehen Millionen von Home-Workern von oben nach unten auf den Betrachter. Das liegt an der Kopfhaltung, die dem Labtop-Bildschirm geschuldet ist. Ein eher ungünstiges Bild, dem mit besserer Ausrüstung oder Stellplätzen leicht beizukommen ist.

Internet am Arbeitsplatz
Aber auch so simple Dinge, wo denn der Internet-Anschluss oder das WLAN postiert ist, beeinflussen den Erfolg. Das kann auch HAAS-Haus-Geschäftsführer Robert Frischer bestätigen: „Ich hab mir vor Jahren den Internetanschluss in den Keller einleiten lassen. Das würde ich heute nicht mehr machen, weil das Signal nun extra verstärkt werden muss“.

Geteilte Räume
Ein weiterer Trend, der befeuert werden könnte ist jener des gemeinschaftlichen Wohnens. Währund die Wohnungsgrößen in den Städten schrumpfen, vermehren sich die Konzepte zum gemeinschaftlicheren Wohnen, bei dem Arbeitsplätze, Begegnungsräume oder Werkstätten geshared werden. Architekten und Bauleute befassen sich bereits mit den Lösungen, die sharing economy ist im Arbeitszimmer angekommen.

(hst)

 

 

 

Kommentar schreiben

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.