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Einsparung und Investition - 27.06.2011

Automobilbranche zeigt solare Visitenkarte

Auch wenn die wirtschaftlichen Vorteile im wahrsten Sinne des Wortes nur "nachhaltig" sind, demonstrieren immer mehr namhafte Firmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie ihr Engagement in solare Energie.

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Die 400 Quadratmeter große Solarwand soll Energieeinsparungen von 25 % bringen.

Im französischen Toyota-Werk in Valenciennes wurde soeben eine Solarwand, eine so genannter "Solar Wall", eingeweiht. Die Technologie führt in der nordfranzösischen Fertigungsstätte des Toyota Yaris zu erheblichen CO2-Einsparungen. Valenciennes ist eines von fünf Werken weltweit, denen Toyota eine Vorreiterrolle im Bereich nachhaltiger Fertigung übertragen hat.

Energieeinsparung von 25 %
Die zwölf Meter hohe und 33 Meter lange Solarwand deckt die gesamte Südwand des Presswerks ab. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern nutzen Solar-Luft-Kollektoren die Sonnenenergie, um die Zuluft der Halle vorzuwärmen. Selbst in den kältesten Monaten des Jahres kann die Temperatur so um bis zu neun Grad Celsius erhöht und der Einsatz traditioneller Energien wie Öl oder Gas gleichzeitig reduziert werden. Toyota rechnet mit jährlichen Energieeinsparungen von 25 Prozent. Die CO2-Emissionen werden um 20 Tonnen reduziert. Bereits 2008 wurde auf dem Dach des Logistikzentrums in Valenciennes eine Photovoltaik-Membran zur Gewinnung von Sonnenenergie installiert. Im Rahmen der Initiative "Nachhaltiges Werk" wurde darüber hinaus ein System für das Abwasserrecycling eingeführt. Toyota trägt außerdem dem Schutz der Artenvielfalt auf dem Werksgelände Rechnung und initiiert Projekte zur Umwelterziehung für Kinder aus benachbarten Gemeinden.

Bosch investiert in PV-Produktion
Auch der weltgrößte Autozulieferer Bosch baut seine noch junge Solarsparte weiter aus. Der Stuttgarter Konzern will Ende 2013 mit einer neuen Fabrik in Malaysia an den Start gehen und erwägt, weitere Modulproduktionen in den USA und Asien zu errichten, wie Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Mittwoch ankündigte. Dafür greift der Manager tief in die Tasche: Allein in Fertigung in Malaysia sollen 520 Millionen Euro investiert werden. Den laufenden Kapazitätsausbau in Deutschland am thüringischen Standort Arnstadt lässt sich Bosch rund 500 Millionen kosten.

Marktbereinigung erwartet
Auch wenn die Solargeschäfte im ersten Halbjahr wegen der Subventionskürzungen verschiedener Staaten schwächelten, gehe er langfristig von einem dynamischen Wachstum der Solarbranche aus, begründete Fehrenbach den geplanten Ausbau. Er rechne allerdings mit einer Marktbereinigung, da kleineren Unternehmen in dem immer härter werdenden Wettbewerb die Kapitalkraft fehle. Den Konkurrenzkampf bekommt auch die Tochter Bosch Solar Energy zu spüren, in der der Konzern seine Ökostrom-Geschäfte gebündelt hat. "Die Preise sinken derzeit schneller als wir die Kosten senken können", sagte Fehrenbach. Er rechne daher damit, dass Bosch Solar in diesem Jahr nicht positiv abschneiden werde, auch wenn sich die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte sicher belebten. Nennenswerte Gewinnbeiträge aus dem Solargeschäft erwartet Fehrenbach erst in einigen Jahren. "Ich gehe im Moment davon aus, in drei bis fünf Jahren eine vernünftige Marge zu erreichen".

Asien erwartet Zuwachsraten von 30 %
In Malaysia im Bundesstaat Penang soll bis Ende 2013 eine Fabrik entstehen. Rund 2000 Mitarbeiter sollen Solarzellen mit einer Gesamtspitzenleistung von 640 Megawatt (MW) pro Jahr produzieren. Die Modulfertigung ist für 150 MW ausgelegt. Von dort aus will Bosch überwiegend den asiatische Markt bedienen. Dorthin drängen immer mehr Solarfirmen wie auch First Solar oder Solarworld, nachdem die Förderkürzungen in wichtigen europäischen Absatzländern die Nachfrage eintrübten. In Asien werden in den kommenden Jahren Zuwachsraten von durchschnittlich 30 Prozent erwartet.

Quellen:
reuters.de
auto.de