PV-Tagung - 14.11.2017
Bei der Photovoltaik-Tagung in Wien wurden Lösungen für gebäudeintegrierte PV gezeigt. Neben den üblichen Ungetümen gab es nur wenig Ästhetisches für Städte.

Eine ansehnliche und bereits verbreitete Variante sind halbdurchsichtige, schattenspendende PV-Module. Foto: Klima/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz

„Installieren Sie die Anlage nicht im Winter und zeigen Sie, dass es architektonisch schöne Varianten gibt“, plädiert Patrick Heinstein von CSEM aus der Schweiz an das Publikum im Wiener Tech Gate. Am 13. und 14. November versammelten sich hier ExpertInnen aus der Branche zur 15. Photovoltaik-Tagung, die von der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik unter der Leitung von Obmann Hubert Fechner gemeinsam mit der Stadt Wien (MA 20), dem Klima- und Energiefond, Photovoltaic Austria und bmvit veranstaltet wurde. Statt immer nur mit der Wirtschaftlichkeit für PV-Anlagen zu argumentieren, sollen endlich auch Emotionen bei KundInnen geweckt werden, meint Heinstein. Das Motto „Ich rette die Welt und sehe dabei gut aus“ würde die Bereitschaft, eine PV-Anlage auch trotz der damit verbundenen Kosten zu installieren, deutlich erhöhen.

Fokus auf Fassade
Architektonisch schöne Varianten sind etwa weiße (matte oder glänzende) Module, die als Fassade verbaut werden. Dabei wird eine Folie auf die herkömmlichen dunklen Module aufgetragen. Allerdings gibt es hierbei einen Wirkungsgradverlust von 28 %. Ebenso sinkt der Wirkungsgrad bei der Bedruckung von Modulen durch „ceramic paste painting“. Im Prinzip kann hier alles aufgedruckt werden und somit ein Bild an der Fassade entstehen. Hübsch, aber nicht ganz effizient.

Lichtblick PV-Dachziegel
„Wir brauchen integrierte Lösungen“, fordert Claudia Hemmerle von der FH Salzburg bei Ihrem Vortrag. Photovoltaik soll sich ohne Störfaktor ins Stadtbild integrieren. Ein Lichtblick sind dabei terrakottafarbene Module und PV-Ziegel (unter anderem für denkmalgeschützte Gebäude), die bisher am unauffälligsten das Dach zum Stromerzeuger machen. Auch durchsichtige Module, die über den Originaldachziegeln platziert werden, verändern das Stadtbild kaum und scheinen eine Kompromisslösung zum Beispiel in Graz zu sein.

Nicht weiter versiegeln
Einen der wichtigsten Sätze bringt schließlich Architekt Georg Reinberg aus Wien: „Wir dürfen versiegelte Flächen nicht in die Natur fortsetzen“, und meint damit PV-Anlagen auf Wasser und Grünflächen. Jeden Tag werden in Österreich 20 Hektar Land durch Gebäude, Parkplätze, Straßen etc. versiegelt. Diese Flächen sollen in Zukunft zu Hauptstromproduzenten werden. Und das möglichst ansehnlich.



Österreichische Photovoltaik Tagung

Österreichische Technologieplattform Photovoltaik TPPV

Klima- und Energiefonds

bmvit

Stadt Wien, MA 20 – Energieplanung

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