Preis - 28.11.2017
Mit ihrem berührungslosen Ladesystem für E-Autos und mobile Roboter gewann das Start-up Blue Inductive den „CyberOne Hightech Award Baden-Württemberg“ in der Kategorie „Industrielle Technologien“.

Bevor das System auf Autobahnen zum Einsatz kommt, sollten laut Blue Inductive zunächst einheitliche Standards definiert werden, sodass später alle Fahrzeuge die Ladeinfrastruktur benutzen können. Foto: pixabay.com

Ob auf Parkplätzen, Abstellplätzen oder in Ladespuren auf der Autobahn: Mit der Technologie von Blue Inductive, eine Ausgründung des deutschen Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, sind Elektrofahrzeuge in der Lage, über Nacht oder während der Arbeit ihre Akkus aufzuladen – ohne Einstöpseln oder direkten Kontakt. Im Kern mache die etaLINK-Technologie das, was Induktionsherde und einige Ladestationen für Elektrozahnbürsten sowie kabellose Ladegräte für Smartphones tun, informiert die Universität Freiburg: Über ein Magnetfeld wird Elektrizität übertragen, ohne dass Kabel nötig sind.

„Es gibt bereits Systeme am Markt“, sagt Geschäftsführer Johannes Mayer, „aber mit viel geringerer Leistung.“ etaLINK bringe es auf bis zu 20 Kilowatt - damit ließe sich theoretisch ein gängiges Elektroauto in weniger als einer Stunde laden. Außerdem kann etaLINK Strom durch die Luft übertragen, Spender und Empfänger können gut 20 Zentimeter voneinander entfernt sein. Das sei weit mehr als die Bodenfreiheit der meisten Autos, Gabelstapler und mobile Roboter lägen ohnehin tiefer. Energie gehe trotz des großen Abstands kaum verloren, die Systeme erreichen laut Universität Freiburg Wirkungsgrade bis zu 95 Prozent.

Elektrofahrzeuge könnten mithilfe des Systems theoretisch auf Autobahnen über Ladespuren fahren und zeitgleich Strom nachtanken. Dies sei allerdings laut Mayer noch Zukunftsmusik - das Start-up wolle zuerst mobile autonome Industrieroboter wie Gabelstapler oder Montageplattformen bedienen. Anfang 2018 wird das erste Produkt, ein 3-kW-System für Industrieroboter, in Serie gehen. Die Technologie soll es künftig gemäß „oekonews.at“ außerdem ermöglichen, eine große Menge an Fahrzeugbatterien dem Stromnetz zur Verfügung zu stellen. 

Webseite Blue Inductive

Webseite CyberOne Award

Universität Freiburg

Bericht "oekonews.at"

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