Prüfstand - 26.09.2017
ExpertInnen des Klima- und Energiefonds und des Verkehrsclub Österreich VCÖ haben die wichtigsten Fragestellungen rund um die E-Mobilität einem kritischen Check unterzogen.

94 % aller Autofahrten in Österreich sind kürzer als 50 Kilometer, diese Strecken sind für moderne E-Autos kein Problem. Foto: Klimafonds / Ringhofer

Der „Faktencheck E-Mobilität“ fasst aktuelle Zahlen, Daten und Analysen kompakt zusammen und versucht, gängige Mythen zu entkräften. So zeigt sich beispielsweise, dass sich die in der Anschaffung teuren E-Autos meist innerhalb weniger Jahre aufgrund von Förderungen, steuerlichen Anreizen und deutlich geringeren Betriebskosten amortisieren. „E-Auto-Besitzer sparen im Schnitt 500 bis 600 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr. Zusätzlich senken deutlich geringere Kosten für Versicherung und Wartung die laufenden Kosten deutlich“, so Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.

In der Produktion verbrauchen E-Autos tatsächlich mehr Energie als herkömmliche Verbrennungsmotoren, so der VCÖ in einer Aussendung. Berücksichtige man allerdings den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge inklusive Batterieproduktion, verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber fossil betriebenen Kfz um 70-90 % weniger CO2. Während der reine Elektroantrieb, betrieben mit 100 % Ökostrom, über den Fahrzeuglebenszyklus nur ca. 20 g CO2 pro Personenkilometer verantwortet, emittiere der durchschnittliche Benziner und Diesel mit rund 175 g CO2 pro Kilometer fast neun Mal soviel.

Der Umstieg auf das E-Fahrzeug gehe zwar mit einem höheren Strombedarf einher, zugleich werde aber der Gesamtenergiebedarf durch die Effizienz des Elektromotors gesenkt. „Stiegen rund 20 % aller Pkw in Österreich auf Elektroantrieb um – das wären 1 Million Fahrzeuge –, würde der heimische Strombedarf gegenüber dem Jetztstand rechnerisch um nur rund 3,6 % steigen“, sagt Faktencheck-Autor Georg Günsberg. Diese Menge sei in den kommenden Jahren relativ leicht durch neue Ökostromanlagen in Österreich abdeckbar – was die Behauptung entkräfte, ein erhöhter Strombedarf für E-Autos könne nur mit Fossil- und Atomenergie gedeckt werden.

Auch die heimische Wirtschaft könne laut „Faktencheck“ vom internationalen Ausbau der E-Mobilität profitieren: Bis 2030 könnten insgesamt bis zu 33.900 Jobs entstehen und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung in Österreich generiert werden. Zusätzlich kann der Ausstieg aus dem fossil betriebenen Auto Milliardeneinsparungen bei den Energieimporten bringen. E-Fahrzeuge, die konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen, tragen außerdem zur Reduktion von CO2-Vermeidungskosten und durch reduzierte Schadstoffe zu geringeren Gesundheitskosten bei.

Faktencheck E-Mobilität

Verkehrsclub Österreich VCÖ

Webseite Klima- und Energiefonds

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